Lehrstellen und feste Jobs in einem Drittel der Betriebe

Metall-Industrie will in Nordhessen gezielt Flüchtlinge einstellen

Kassel. Die nordhessische Metall- und Elektro-Industrie (M+E) will im kommenden Jahr gezielt Flüchtlinge einstellen.

Gleichzeitig fordert sie die Politik auf, rasch die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und will sich finanziell an den Kosten für Sprachkurse beteiligen. „Wir wollen und werden uns an der Integration dieser Menschen beteiligen“, betonte des Vorsitzende des Verbandes der M+E-Unternehmen in Nordhessen, Carsten Rahier, bei Vorlage der Ergebnisse der aktuellen Herbstumfrage.

Demnach will gut ein Drittel der befragten 65 Mitgliedsbetriebe im kommenden Jahr Flüchtlinge einstellen. Bislang haben dies acht Prozent getan.

Nach Angaben des Geschäftsführers des M+E-Verbands, Jürgen Kümpel, stehen die Unternehmen den Flüchtlingen grundsätzlich positiv gegenüber. Voraussetzung für Praktika, Lehrstellen und feste Jobs seien Deutschkenntnisse. Kümpel will kurzfristig eine Initiative unter Personalleitern starten, die in Gesprächen mit Flüchtlingen deren Talente und berufliche Vorlieben herausfinden sollen, um sie gezielt in passenden Betriebe zu vermitteln. Kümpel verweist auf die wachsende Zahl unbesetzter Stellen mangels Bewerber und Qualifikation.

Unterdessen bezeichnet die Branche ihre aktuelle Geschäftslage als unverändert gut, blickt aber angesichts der unübersichtlichen geopolitischen Lage sowie der aktuellen Terrorgefahr mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Dennoch erwarten elf (Vorjahr: zwölf) Prozent der befragten Betriebe bessere Geschäfte als in diesem Jahr, 70 (66) Prozent rechnen mit einer vergleichbaren und 19 (22) Prozent mit einer schlechteren Entwicklung. Allerdings wurde die Umfrage vor den Anschlägen in Paris gemacht.

M+E hat in Nordhessen 140 Mitglieder mit 25.000 Beschäftigten. VW Baunbatal gehört mit seinen gut 17.000 Mitarbeitern nicht dazu. Die befragten Betriebe mtehen für 21.000 Beschäftigte.

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