Polizei ruft zur Wachsamkeit auf

Konrad-Mietfahrräder werden immer häufiger mutwillig beschädigt

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Objekt der Zerstörungswut: Die Fahrräder des Verleihsystems Konrad werden immer häufiger mutwillig beschädigt. Unser Foto entstand an der Stadion am Auestadion.

Kassel. Die Räder verbogen, die grünen Gepäckkörbe zerquetscht, die Brems- und Schaltstränge herausgerissen: Immer häufiger werden Fahrräder der Verleihsystems Konrad mutwillig beschädigt.

Die Polizei wendet sich nun an die Bevölkerung, um schneller Hinweise auf die Täter zu bekommen. Zeugen, die Vandalismus beobachten, werden gebeten, sofort per Notruf 110 die Polizei zu verständigen.

Zuletzt seien mehrfach Jugendliche auffällig geworden, die Konräder demolierten. Vermutlich handelten die Täter aus Langeweile und Zerstörungswut, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. Die Fahrräder würden zum Teil unrechtmäßig ausgeliehen und benutzt. Daher sei es schwierig, die Verdächtigen zu ermitteln.

Wie genau die Täter vorgehen, um an die Mieträder zu kommen, soll nicht bekannt werden. Fest steht, dass diese illegalen Nutzer die Konräder dann demolieren und schließlich achtlos liegenlassen. Nach Angaben der Polizei haben sich die Fälle zuletzt an der Konrad-Station in Rothenditmold an der Wolfhager Straße/Engelhardstraße sowie in der Nordstadt an der Mombachstraße gehäuft.

DB Rent nennt keine Zahlen

Bei der DB Rent, die das Fahrradverleihsystem seit 2014 betreibt, war nicht zu erfahren, wie hoch der entstandene Schaden durch Vandalismus ist. „Beschädigungen von Rädern treten bei unseren Fahrradvermietsystemen bundesweit auf und werden von den Reparaturteams schnellstmöglich behoben“, sagte ein Sprecher. Ob es sich bei Beschädigungen um mutwillige Zerstörung handelt, sei nicht in allen Fällen klar. Deshalb gebe es dazu keine verlässlichen Zahlen.

Die Polizei bittet um Hinweise zu zwei Fällen aus den vergangenen Tagen.

Tatort Bremer Straße

Am vergangenen Mittwoch gegen 21 Uhr beobachtete ein Anwohner, wie drei Jugendliche auf dem Schulhof der Schule Am Wall Konräder mit voller Wucht gegen die Wand fuhren. Gegenüber der Polizei sagte der Zeuge, es sei den Jugendlichen offenbar nur um die Zerstörung der Räder gegangen. Als wenige Minuten später eine Streife an der Bremer Straße eintraf, hatten die Jugendlichen sich bereits aus dem Staub gemacht.

Tatort Seidenes Strümpfchen

Am Mittwoch voriger Woche, 21. September, beobachtete ein Passant gegen 16 Uhr in der Innenstadt vier Jugendliche, die ein Konrad im Bereich der Straße Seidenes Strümpfchen malträtierten. Als der Zeuge Fotos machte, gingen die drei Jungen und das Mädchen drohend auf den Zeugen zu, berichtet Polizeisprecher Torsten Werner: „Nur weil der Mann sich in seinen geparkten Wagen flüchtete und diesen verriegelte, ließen die Jugendlichen von ihm ab und verschwanden mit dem beschädigten Fahrrad.“

Täterbeschreibung: alle vier zwischen 13 bis 15 Jahre alt und 1,60 bis 1,70 Meter groß. Die Jungen waren sportlich gekleidet mit Baseballkappen. Das Mädchen hatte schwarze lange Haare, trug eine graue Jogginghose und eine graue Strickjacke und hatte eine graue Umhängetasche dabei.

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/9100.

Konrad in Zahlen: 2012 gestartet

1 Euro kostet die Ausleihe von Konrad für eine Stunde. Der maximale Mietpreis pro Tag beträgt 10 Euro.

4 Jahre und sechs Monate ist das Fahrradverleihsystem schon in Betrieb. Ende März 2012 war "Konrad" zunächst als Modellprojekte der Stadt Kassel gestartet. Es wurde vom Bund mit 1,5 Mio. Euro gefördert. Seit 2013 betreibt die Bahntochter DB Rent das System privatwirtschaftlich.

58 Konrad-Stationen gibt es im Stadtgebiet. An ihnen kann man die Räder ausleihen und abgeben.

500 Leihfahrräder mit dem charakteristischen knallgrünen Fahrradkorb werden vorgehalten.

40.000 Kunden sind nach Angaben der DB Rent aktuell für Konrad registriert. Allerdings dürften darunter auch viele "Karteileichen" sein, beispielsweise Touristen die Konrad nur einmalig genutzt haben.

??? Hier hätten wir Ihnen gern die Zahl der Konrad-Ausleihen genannt. Die DB Rent gab diese nicht heraus. Es handele sich um "wettbewerbsrelevante Daten". 2014 wurden die Zahlen noch genannt. Damals gab es 165.000 Ausleihen in den ersten drei Quartalen des Jahres.

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