Mietpreisbremse: Wer profitiert wirklich?

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In Hessen verzögert sich die Einführung der Mietpreisbremse. Ursprünglich sollte diese schon Anfang Oktober in Kraft treten. Das jedoch erwies sich als nicht realisierbar. Die Verantwortlichen sind derzeit zuversichtlich, dass die Mietpreisbremse auch in Hessen noch in diesem Jahr kommen wird. Wer aber wird von der Neuregelung profitieren, wer eher Nachteile erleiden – und wer ist womöglich gar nicht betroffen?

Auch kritische Stimmen zur Mietpreisbremse

Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Mietpreisbremse für eine Entspannung des Wohnungsmarktes und einen langsameren Anstieg des Preisniveaus sorgen. Von Anfang an gab es jedoch auch kritische Stimmen. So warnen Wohnungsmakler, dass gerade in abgelegenen, günstigeren Stadtteilen die Mietpreisbremse eher zu einer stärkeren Erhöhung der Preise führen könnte. Denn die zulässige Miete wird nach dem Durchschnitt der gesamten Stadt, und somit unter Berücksichtigung auch der teuersten Ortsteile, berechnet. Die Makler warnen nun vor einer Angleichung der bisher günstigeren Mieten an diesen Durchschnittswert.

Auch der Deutsche Mieterverein zweifelt an der Wirksamkeit der Mietpreisbremse. Er berichtet, viele Vermieter hielten sich nicht an die Vorgaben und verlangten höhere Mieten, als zulässig sei. Gleichzeitig bestünden nur sehr wenige Mieter auf ihrem Recht und ließen zweifelhafte Wohnungsangebote prüfen.

Sieben Städte in Hessen betroffen

Trotz dieser befürchteten Probleme und Schwachpunkte wird die Mietpreisbremse in Hessen, ebenso wie in den meisten anderen Bundesländern, bald eingeführt werden. Neben Kassel sollen auch Marburg sowie die südhessischen Städte Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Rüsselsheim und Bad Homburg vor der Höhe von der Maßnahme erfasst werden. Allerdings wird die Mietpreisbremse nicht für ganze Städte gelten, sondern nur für Stadtteile mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt. Hier dürfen die Mieten zukünftig bei einer Neuvermietung maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Durchschnittsmiete liegen.

Wer profitiert von der Mietpreisbremse?

Für diejenigen, die sich bereits in einem Mietverhältnis befinden, ändert sich durch die Mietpreisbremse überhaupt nichts. Die Maßnahme betrifft lediglich Neuvermietungen, wie das Immobilien-Portal immowelt.deerklärt. Allein Mieter, die nach dem Inkrafttreten der Mietpreisbremse eine Wohnung suchen, können sich also auf den darin festgelegten Maximalpreis berufen. Das gilt allerdings auch nur dann, wenn sie nicht in einen Neubau oder einen aufwändig sanierten Altbau ziehen, denn diese sind von der Mietpreisbremse ausgenommen. Auch, wenn bereits der Vormieter mehr als die eigentlich zulässige Höchstmiete gezahlt hat, gibt es eine Ausnahme – der Vermieter darf die Miete dann zwar nicht weiter erhöhen, senken muss er sie jedoch auch nicht.

Für Vermieter bedeutet die Mietpreisbremse keine Vorteile, sondern lediglich eine Reihe von Verpflichtungen, die sie bei einer Neuvermietung berücksichtigen müssen. Sie müssen prüfen, ob die fragliche Immobilie von der Mietpreisbremse betroffen ist. Ist das der Fall, darf der Vermieter bei einer Neuvermietung die zulässige Höchstmiete auf keinen Fall überschreiten. Außerdem ist er seinen zukünftigen Mietern gegenüber zur Auskunft darüber verpflichtet, wie viel Miete der Vormieter gezahlt hat.

Für Immobilienmakler kann die Mietpreisbremse durchaus eine Chance sein, bietet sich ihnen doch dadurch eine zusätzliche Gelegenheit, ihre Kunden durch Fachwissen und gute Beratung zu überzeugen. Daher sollten Makler sich derzeit über Aufgaben wie die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und das richtige Lesen von Mietspiegeln weiterbilden und diese Fachkompetenz dann zu ihren Gunsten nutzen. Auch darüber, wo genau die Mietpreisbremse gilt, sollten sie stets informiert sein und sich auch über diesbezügliche Änderungen auf dem neuesten Stand halten.

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