Der milden Witterung sei Dank: Baumschnitt statt Schnee

Sie sorgen für einen freien Blick: Gerhard Orth und Martina Freund schnitten am Donnerstagvormittag Sträucher am Steinweg vor dem Naturkundemuseum. Fotos:  Fischer

Kassel. Dass im Februar noch Schnee liegt, war früher keine Seltenheit. Dann waren die Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamts oft damit beschäftigt, die weiße Pracht von öffentlichen Flächen zu schieben.

Solche Einsätze mit der Schneeschaufel waren in diesem Winter bislang allerdings rar. „Deshalb haben unsere Gärtner mehr Kapazitäten, sich um dringend erforderliche Schnittarbeiten an Gehölzen zu kümmern“, sagt Jörg Gerhold, Abteilungsleiter Grünflächen des Umwelt- und Gartenamtes. „Wir sind für über 100 Flächen im Stadtgebiet zuständig.“

Derzeit sind 25 bis 30 der insgesamt 90 Gärtner, die für die Stadt arbeiten, täglich mit dem Gehölzschnitt beschäftigt. Martina Freund und Gerhard Orth schnitten mit weiteren Kollegen am Donnerstagvormittag die Sträucher am Parkplatz vor dem Naturkundemuseum entlang des Steinwegs zurück. Gehölze wie Hartriegel, Haselnuss oder Holunder wurden gestutzt.

Die Schnittarbeiten müssen laut Bundesnaturschutzgesetz wegen des Brutschutzes zwischen Oktober bis Februar erledigt werden, sagt Gerhold. Es gehe darum, dass Äste, die in die Fahrbahn- und Fußwege ragen und so die Verkehrseinsichten beeinträchtigen, sowie Gehölze, die in Zäune einwachsen, zurückgeschnitten werden müssen.

Der fachliche Rückschnitt stärke die Vitalität der Gehölze, denn dadurch werde das Wachstum angeregt, sagt der Abteilungsleiter. Alternde, teilweise kahle Gehölze schlagen neu aus und bilden ein dichtes Astgeflecht, das Raum für kleine Lebewesen und für Vögel bietet, erklärt er. Die milde Witterung trage dazu bei, dass die Schnittwunden an den Sträuchern jetzt auch schneller heilen könnten.

Der Grünschnitt gehöre zu den Routinearbeiten, die von den Mitarbeitern jedes Jahr erledigt werden müssten, sagt Anja Starick. Die 40-jährige Landschaftsarchitektin steht seit eineinhalb Wochen an der Spitze des Kasseler Umwelt- und Gartenamts. Zuvor war sie bei der Stadt Flensburg beschäftigt.

Die gebürtige Greifswalderin, die viele Jahre in Dresden lebte, sagt, dass sie an der Leitung des Umwelt- und Gartenamtes das breite Aufgabenspektrum gereizt hat.

Das Amt sei nicht nur für Grünflächenpflege, Freiflächenplanunund Gartendenkmalpflege, sondern auch für den gesamten Klima- und Umweltschutz zuständig. Es plane nicht nur, sondern setze auch alles selbst um. „Hier wird noch alles in eigener Hand betrieben, bis zum Botanischen Garten und der Gärtnerei.“

Derzeit macht sich Starick ein Bild über alle Aufgabenbereiche ihrer Kollegen, so auch über den Grünschnitt am Steinweg. Dort stellte die neue Amtsleiterin fest, dass die Mitarbeiter nicht nur überschüssige Äste entfernen müssen. Es gehört auch zu ihren täglichen Aufgaben, Müll und Drogenbestecke zwischen den Sträuchern zu entfernen.

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