Kassel. Die Hälfte der 200 Millionen Euro für die Kasseler Museumslandschaft ist inzwischen so gut wie verbaut, der Rest verplant.
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Sieben Jahre, nachdem der damalige Kunstminister Udo Corts das Konzept vorstellte, ist der Ausbau in vollem Gang. Nicht alles ist sichtbar. Ein Viertel des Geldes, also 50 Millionen Euro, fließen allein in Planungsleistungen. Zwei Millionen Euro müssen für aufwendige restauratorische Voruntersuchungen gezahlt werden. Weitere 2,2 Mio. für Gutachten und Projektsteuerungen.
Vieles ist auch teurer geworden als ursprünglich angenommen. Zu den dicksten Brocken zählen die Sanierung von Herkules und Oktogon, die mit 21 Millionen Euro kalkuliert waren und nun 30 Millionen Euro kosten werden. Die Kasseler Bevölkerung unterstützt die Arbeiten mit Spenden in Höhe von 500 000 Euro. Die Arbeiten sollen 2013 abgeschlossen werden. Der Umbau der Neuen Galerie, der im November beendet sein soll, wird 23 statt 16 Millionen Euro kosten.
Viel Geld verschlungen haben auch Ankauf und Herrichtung des Depots samt Werkstatt an der Bunsenstraße (12,6 Millionen Euro), in dem Ausstellungsstücke gelagert werden. Für die Wasserspiele im Bergpark, die bis 2013 saniert werden, sind knapp 12 Millionen Euro nötig. Mit der Instandsetzung der Löwenburg, die mit 28 statt 19,5 Millionen Euro deutlich teurer als geplant ausfällt, sowie dem Neubau des Tapetenmuseums auf dem Weinberg (11,5 Mio.) wird sich der Ausbau 2015 seinem Ende entgegenneigen.
„Wir liegen nach wie vor gut im Zeitplan“, sagt Ernst Wegener, Gesamtprojektleiter des Ausbauprogramms im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Nur das Wetter und unvorhersehbare Substanzschäden wie am Oktogon hätten einzelne Verzögerungen verursacht. „Das ist für ein Projekt in dieser Dimension eine ganz enorme Leistung.“ NÄCHSTE SEITE
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Von Ellen Schwaab

Der Flughafen ist ja auch so überflüssig wie ein Kropf. Die Erhaltung von Kulturgütern ist eine Kernaufgabe eines zivilisierten Staates. Es wird in Deutschland aber viel zu wenig Geld dafür zur Verfügung gestellt.
Ich schlage for, dass von jedem Euro, der für Fußball und die Errichtung von Stadien oder zum Kauf von Spielern oder Trainern 20 Cent für Denkmalschutz und die Restaurierung und die Erhaltung von Kulturgütern ausgegeben wird.
In den 200 Mio. für die Muse4umslandschaft ist nicht ein einziger Cent übrig, für die fachgerechte Restaurierung des historischen Mobiliars der Löwenburg. Da wird dann auf private Sponsoren gehofft, die die Restaurierung von historischen Uhren oder dem landgräflichen Prunkbett aus dem 16. Jahrhundert finanzieren.
Für Fußball isnd aber Milliarden da, sei es aus der öffentlichen Hand oder durch private Sponsoren. Deutschland hat sich früher mal als Kulturnation verstanden. Das trifft aber heute leider nicht mehr zu.
Also 28 Mio für den originalgetreuen Teil-Wiederaufbau eines Schlosses (Löwenburg), wo jeder einzelne Stein maßgenau vin Handarbeit von Steinmetzen aus Tuffsteinen geschlagen wird ist wirlich nicht viel. Der Bau des Zara-Kaufhauses in der Königsstraße hat ebenfalls 30 Mio. Euro gekostet und das Ding besteht nur aus Beton. Keine Handwerkskunst, der Rohbau war in wenigen Wochen hoch gezogen.
28 Millionen dienen dem Wiederaufbau des Bergfrieds und der anderen im Krieg zerstörten Gebäudeteile. Davon steht ein großer Teil inzwischen als Rohbau, nun muss auch der Innenausbau erfolgen. Das Mobiliar ist noch vorhanden, aber es fehlen Putz, Türen, Stuck, Wandbehänge, Fenster, Parkett, etc. Es wird alles wieder originalgetreu und auch mit den alten Handwerkstechniken wieder hergestellt werden.