Bundesbildungszentrum in Waldau saniert, modernisiert und baut an – Meisterschule macht sich fit für Zukunft

Millionen für junge Zimmerer

In die Jahre gekommen: Das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes bekommt neue Fassaden, Fenster und Dächer sowie eine neue Halle für die Holz-Rahmen-Bauweise. Fotos: nh /Koch (1)

kassel. Das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Bubiza) in der Werner-Heisenberg-Straße 4 in Kassel wird ab dem Mai zur Großbaustelle. Für 7,3 Millionen Euro sollen die zwischen 1980 und 2000 entstandenen Gebäude in drei Bauabschnitten und bei laufendem Betrieb energetisch saniert werden. Das heißt: neue Fassaden, Fenster und Dächer. Nach Angaben der Geschäftsführer Helmhard Neuenhagen und Dr. Holger Schopbach sollen die umfangreichen Arbeiten bis Ende November kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Gleichzeitig investiert die Einrichtung eine weitere Million Euro in neue Technik für die Holz-Rahmen-Bauweise, in eine vollautomatische Abbundanlage zum Zuschnitt des Holzes sowie in die Vorfertigung kompletter Hauswände. In beiden Fällen tragen der Bund 60 und das Land 30 Prozent der Kosten. Den Rest muss das Bubiza aus eigenen Mitteln aufbringen.

Neuenhagen und Schopbach begründeten die Investition mit der notwendigen Senkung der hohen Kosten sowie der fortschreitenden technischen Entwicklung im Bereich vorgefertigter Häuser, die mittlerweile einen Marktanteil von 20 Prozent haben. Außerdem baut das Bubiza einen neuen Verwaltungstrakt für 450 000 Euro, der allerdings nicht gefördert wird. Somit werden im bundesweiten Kompetenzzentrum des Zimmererhandwerks bis Ende 2017 fast neun Mio. Euro investiert.

Das Bubiza ist eine von vier anerkannten Meisterschulen in Deutschland. Jährlich 80 bis 90 Gesellen erlangen dort in einer einjährigen Ausbildung den Meisterbrief. Außerdem besuchen zwei Drittel aller hessischen Zimmerer-Lehrlinge im Rahmen ihrer Ausbildung die Einrichtung in Waldau und lernen dort, was Betrieb und Berufsschule nicht vermitteln können. Hinzu kommen Lehrgänge und Weiterbildungen auch für Architekten und Bauingenieure. Das Bubiza beschäftigt 17 feste Mitarbeiter sowie bis zu 50 freie Dozenten.

Träger der Einrichtung sind der Verein Bundesfachschule sowie das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen, hinter dem die Bauwirtschaft der beiden Bundesländer steht. Während die Meisterschüler ihre Ausbildung aus der eigenen Tasche zahlen, kommt das Geld für die Lehrlingsausbildung aus der Sozialkasse Bau der Branche.

Gegenüber dem Bubiza baut die Handwerkskammer ihr Bildungszentrum (BZ) seit dem Frühjahr 2013 radikal um und aus. Wenn im Spätsommer alles fertig ist, sind 35 Millionen Euro in die Einrichtung geflossen. Sie ist eine der bundesweit größten und die modernste ihrer Art. BZ und Bubiza bilden gemeinsam einen einzigartigen Berufsbildungsstandort, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Von José Pinto

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