Mission im Kasseler IC-Bahnhof ist seit 25 Jahren für Hilfsbedürftige da

Sind froh über die Umstiegshilfe: Linus (von links) lässt sich mit Mama Helena Mergheim und seinem Bruder von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Bahnhofsmission Natascha Krasny zu ihrem Anschlusszug begleiten. 2 Fotos: Schröder/nh

Kassel „Möchten Sie etwas trinken oder vielleicht einen Happen essen?" Mit diesen herzlichen Worten werden viele Menschen bei der Bahnhofsmission aufgenommen.

Seit Eröffnung des Wilhelmshöher Bahnhofs 1991 steht die Einrichtung, die von der Eingangshalle aus über eine Treppe im ersten Stock zu erreichen ist, allen Reisenden, unabhängig von ihrer sozialen Lage, Konfession, Herkunft oder Behinderungen offen.

Dabei arbeitet die ursprünglich evangelische Einrichtung seit 2011 mit der Caritas in einem ökumenischen Team unter gemeinsamer Leitung zusammen, erklärt Annette Blumöhr, die Leiterin der Bahnhofsmission vom Diakonischen Werk Kassel. Sie erklärt: Die Aufgaben der Bahnhofsmission werden vom Zeitgeschehen geprägt. Das zeige auch ihre bewegte Geschichte seit ihrer Gründung 1900, die nur während der Zeit des Nationalsozialismus unterbrochen wurde.

Heutzutage konzentriert sich die Arbeit in der Betreuung von Reisenden. Sei es bei der Umstiegshilfe von körperlich Beeinträchtigten und Familien. Oder bei der Begleitung von allein reisenden Kindern im Rahmen des Programms „Kids on Tour“.

Aber auch darüber hinaus ist die Bahnhofsmission immer da, wo Unterstützung gebraucht wird. So finden auch Kinder, Alte, schutzbedürftige Frauen, Opfer von Unfällen und Kriminalität, Obdachlose und Drogenabhängige Zuwendung und Zuflucht. Sie werden von den Mitarbeitern als Gäste aufgenommen, ein Brot mit Schmalz oder Marmelade selbstverständlich mit inbegriffen.

Je nach Bedarf wird Kontakt zu den Angehörigen oder zu anderen Institutionen aufgenommen. Dabei gibt es immer wieder auch Vorfälle, die aus dem Alltag herausragen. So ist im vergangenen Jahr ein dementer älterer Herr, lediglich mit Hausschuhen und Morgenmantel bekleidet, am Bahnhof gestrandet, erzählt Blumöhr. Er war von Hamburg kommend wahllos in einen Zug gestiegen. Als ihn Mitarbeiter der Bahnhofsmission ansprachen, entgegnete er lediglich, dass er Züge schon immer toll fand. Darauf wurde seine Familie benachrichtigt, die ihn abholte.

Bei Wind und Wetter 

Annette Blumöhr ist stolz auf ihr Team, dem zwei Dutzend ehrenamtliche Mitarbeiter angehören. Sie sind bereit, bei Wind und Wetter, wenn draußen die Leitungen zufrieren, Bäume auf die Gleise stürzen oder die Klimaanlagen ausfallen, den Reisenden, die davon betroffen sind, beizustehen. So, wie beim Sturm Kyrill 2007, der zig Reisende zum Übernachten auf dem Wilhelmshöher Bahnhof zwang.

Wer bei der Bahnhofsmission mitarbeiten möchte: Es werden noch freiwillige Helfer gesucht, die bereit sind, sich schulen zu lassen und Lust haben, sich einmal in der Woche und an einem Wochenende des Monats, im Team zu engagieren. (rax)

Infos auch unter: www.dw-kassel.de, Fernbahnhof Wilhelmshöhe Kassel Wilhelmshöhe, Tel.: 0561 / 3 71 07, E-Mail: bahnhofsmission@dw-kassel.de.

Die Mission ist geöffnet: werktags: 9 - 18 Uhr, samstags 9 - 18 Uhr, sonn- und feiertags: 12 - 18 Uhr.

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