Er besuchte seine kranke Mutter und darf nicht zurück

Mitarbeiter der Uni Kassel ist seit 16 Wochen im Gaza-Streifen gefangen

+
Zermürbendes Warten: Ahmed Tubail mit seiner Mutter, die er zuvor vier Jahre lang nicht gesehen hatte.

Seit 16 Wochen sitzt Ahmed Tubail im Gaza-Streifen fest. Der Mitarbeiter der Uni Kassel war in das palästinensische Autonomiegebiet gereist, um seine kranke Mutter zu besuchen.

Insgesamt 92 deutsche Staatsbürgern palästinensicher Herkunft sollen derzeit ebenfalls auf eine Ausreise aus Gaza hoffen.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schwierig werden wird, wieder auszureisen“, sagt Ahmed Tubail, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat, in einem Telefonat mit der HNA. Ebenso wie seine Familie in Fuldatal leidet der 49-Jährige sehr unter der ungewissen Situation. Zwar sei ihm die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bekannt gewesen, doch da er fürchtete, seine schwerkranke Mutter nicht mehr lebend wiederzusehen, habe er sich zu dem Krankenbesuch entschlossen. „Ich hatte ja eine Einreisegenehmigung bei den israelischen Behörden beantragt und wurde gründlich überprüft“, sagt er. „Mir ist nicht klar, woran meine Ausreise scheitert.“ Seine Schwester, die einen kanadischen Pass hat, besuchte ebenfalls die 82-jährige Mutter. Die Schwester durfte nach drei Wochen mit zehn Kanadiern ausreisen.

Tubail hatte gehofft, am vergangenen Montag über den vorübergehend geöffneten Grenzübergang nach Ägypten den Gaza-Streifen verlassen zu können. Aber das klappte nicht. Diese Möglichkeit ist nun wieder verschlossen. Jetzt hofft er auf eine Ausreisemöglichkeit über Israel und Jordanien, was bislang an einem fehlenden Papier der jordanischen Behörden scheiterte.

Unterdessen setzen sich auch Tubails Arbeitgeber, die Universität Kassel, Familie und Freunde für den Familienvater ein, der seit 30 Jahren in Kassel lebt. Auch ein Unterstützerkreis hat sich gegründet. „Wir setzen uns für eine zügige Ausreise des Betroffenen ein“, heißt es dazu im Auswärtigen Amt.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.