Koch-Club Kassel fürchtet nach Kritik

Ärger ums Kartoffelsuppen-Zelt in der Innenstadt

Es ist noch Suppe da: Der Koch-Club Kassel verkauft auch am heutigen Samstag an der Treppenstraße/Obere Königsstraße wieder Kartoffelsuppe für den guten Zweck. Auf unserem Bild (von links) Jürgen Stöter, Werner Kessler, Ilse Köhne, Marko Hanitsch, Heiko Schild, Jürgen Kloppmann, Joachim Vollmar, Siggi Schmoll und Robert Lohmann. Archivfoto: Koch

Kassel. Zum letzten Mal in diesem Jahr will der Koch-Club Kassel am Samstag, 19. Dezember, im Zelt an der Treppenstraße/Ecke Obere Königsstraße seine beliebte Kartoffelsuppe verkaufen.

Die Köche befürchten, dass es die letzte Suppen-Aktion überhaupt sein könnte. Von Geschäftsleuten in der Umgebung des Verkaufsstandes und dem städtischen Ordnungsamt „werden uns Knüppel zwischen die Beine geworfen“, beklagt Koch-Club-Vorstandsmitglied Heinrich Trepte.

Das Zelt für die Suppenküche habe bereits um zwei Meter gekürzt werden müssen. Geschäftsleute würden das Zelt kritisieren, das an den vier Samstagen vor Weihnachten lediglich für vier Stunden von 10 bis 14 Uhr aufgebaut werde. „Wir brauchen das Zelt“, sagt Trepte, der sich darüber wundert, dass die Aktion angeblich in dem einen oder anderen Laden die Umsätze einbrechen lasse, wie behauptet werde.

Der Koch-Club hat während der Dauer des Weihnachtsmarktes am Eingang der Treppenstraße eine Hütte zum Glühweinverkauf aufgestellt. Samstags wird mittags aus dem Zelt zusätzlich Suppe verkauft. Den gesamten Erlös von 25 000 bis 30 000 Euro im Advent spenden die ehrenamtlich tätigen Köche für wohltätige Zwecke. Dafür vermisse man die Wertschätzung der Stadt und der Kaufmannschaft, bedauert Trepte die Entwicklung.

Ansässige Geschäftsleute hätten sich in der Tat vor dem zweiten Advent beim Ordnungsamt darüber beschwert, dass das vom Koch-Club aufgebaute Zelt die gesamte Breite der Treppenstraße einnehme und den Kunden den Zugang und den Blick zu den dortigen Geschäften versperre, wird aus dem Rathaus bestätigt (siehe Artikel rechts).

Die City-Kaufleute können die Kritik von Geschäftsleuten am Suppen-Zelt des Koch-Clubs nicht verstehen. „Kein Problem aus unserer Sicht“, stellt Vorsitzender Gerhard Jochinger klar. Man habe überhaupt keine Veranlassung, an der ehrenamtlichen Aktion herumzumeckern. Die Helfer des Koch-Clubs würden seit jeher von den City-Kaufleuten unterstützt und könnten in der Tiefgarage am Friedrichsplatz kostenlos parken.

Kartoffelsuppe des Koch-Clubs gibt es am heutigen Samstag von 10.30 Uhr bis 14 Uhr. Glühwein wird während des Weihnachtsmarktes täglich von 11 bis 22 Uhr verkauft.

Das sagt die Stadt Kassel

„Die Stadt hat überhaupt kein Interesse daran, die ehrenamtlichen Aktivitäten des Koch-Clubs zu behindern oder gar zu untersagen“, erklärt Sascha Stiebing von der Rathaus-Pressestelle. Das Engagement der Köche für soziale Zwecke sei lobens- und unterstützenswert. Allerdings müssten auch die Belange der Geschäftsleute berücksichtigt werden und der Zugang zur Treppenstraße und den dort ansässigen Geschäften gewährleistet bleiben. „Wir werden daher im kommenden Jahr rechtzeitig allen Beteiligten ein Gespräch anbieten, um eine für alle Seiten akzeptable Lösung hinzubekommen“, sagt Stiebing. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes habe bereits Absprachen mit dem Koch-Club getroffen. Die Breite des Zeltes wurde von zehn auf acht Meter reduziert. Dadurch werde ein ausreichend breiter Lauf- und Blickweg von der Königsstraße in die Treppenstraße sowie zwischen den Aufbauten und dem Wirtschaftsgarten der Nordsee-Filiale erreicht. Durch diese Regelung sei aus der Sicht der Verwaltung ein akzeptabler Kompromiss gefunden worden.

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