Alte Pracht blüht weiter

Seit zehn Jahren werden die Weinbergterrassen saniert

Hat an vielen Stellen kleine „Weinberggeister“ versteckt: Andy Freudenstein.

Kassel. Hinter den schützenden historischen Mauern öffnet sich ein Kleinod mitten in der Stadt. Vor zehn Jahren ist damit begonnen worden, die Gartenterrassen am Weinberg wieder freizulegen.

Inzwischen ist die einst herrschaftliche Gartenanlage Stück für Stück zu alter Pracht erwacht und neu erblüht. Seit April sind die Weinbergterrassen wieder täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Und die Arbeiten gehen weiter. Derzeit wird unter anderem das Dach der unter Denkmalschutz stehenden Gewächshausruine freigelegt.

Diese war beim Bau der Hochstraße zur Seniorenresidenz Anfang der 1980er-Jahre teilweise zugeschüttet worden. Zudem war die einst von einem Glasdach geschützte Fläche komplett zugewuchert, schildert Volker Lange vom städtischen Umwelt- und Gartenamt. Nun ist auch die erhaltene Bausubstanz des zwischen 1870 und 1920 entstandenen Gewächshauses wieder zu erkennen.

Auch hier bewähre sich die enge Zusammenarbeit mit der Kommunalen Arbeitsförderung. Denn die beschäftigten, vorher langzeitarbeitslosen Mitarbeiter, leisteten auf den Weinbergterrassen seit Jahren intensive Handarbeit. Die ist unter anderem nötig, um im mit Abraum aufgefüllten und zugewucherten Hang einen neuen Weg anzulegen. Er wird vom Gewächshaus zu einem Rondell führen, das derzeit noch im Dornröschenschlaf schlummert. Ebenso wie eine geplante Rampe von einem Vorplatz an der Frankfurter Straße aus, soll der Weg auch gehbehinderten Besuchern den Zugang zu den Weinbergterrassen erleichtern.

Denn diese sind von vielen Treppen durchzogen, die mit ihren historischen Geländern, Pfeilern und Stufen besondere Schmuckstücke des historischen Gartens sind. Zu einem großen Teil sind sie bereits wieder hergestellt. Gerade im Bereich des Eingangs unterhalb der Grimmwelt aber müssen die Geländer, Befestigungen und Mauern noch aufwändig saniert werden.

So arbeitet sich Schritt für Schritt das Projekt Weinbergterrassen voran, das zur documenta 13 im Jahr 2012 einen besonderen Schub und Unterstützung auch von zahlreichen Sponsoren bekam. Seitdem ist die Anlage von Anfang April bis Ende Oktober auch für Besucher geöffnet, die hier auch alte Weinstöcke, Rosen, Stauden und Spalierobst bewundern und den herrlichen Blick über die Südstadt genießen können. Für sie sollen künftig weitere kleine Plätze und Bänke geschaffen werden.

Wer beim Spaziergang ganz genau hinsieht, entdeckt auch kleine „Weinberggeister“, die Andy Freudenstein auf dem Gelände versteckt hat. Der 35-jährige gelernte Gärtner arbeitet auf den Weinbergterrassen mit und freut sich über die Reaktionen der Besucher.

„Die Jungs sind mit so viel Engagement dabei, das ist unglaublich“, sagt Helge Faßbender, Fachanleiter der Kommunalen Arbeitsförderung. „Was wir hier schaffen, das bleibt, und das sind für alle Beteiligten echte Erfolgserlebnisse.“

Weinbergterrassen blühen weiter auf

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