Für drei Millionen Euro

Ausschuss ist für Erwerb: Stadt kauft das Victoria-Hochhaus

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Soll zum Jahreswechsel in das Eigentum der Stadt Kassel übergehen: das Victoria-Hochhaus an der Oberen Königstraße. Nach Kauf und Sanierung sollen dort weitere städtische Ämter untergebracht werden.

Kassel. Zum Preis von rund drei Millionen Euro will die Stadt Kassel das Victoria-Hochhaus schräg gegenüber dem Rathaus kaufen.

Für den Erwerb der sanierungsbedürftigen Immobilie an der Oberen Königsstraße 3 und die Nutzung des städtischen Vorkaufsrechts haben sich am Dienstagabend die Mitglieder des Grundstücksausschusses in nicht-öffentlicher Sitzung ausgesprochen.

Nach Informationen unserer Zeitung fiel das Votum einstimmig aus. Eigentümer des aus den 1960er-Jahren stammenden Gebäudes ist die Bubis Verwaltungsgesellschaft in Abwicklung. Den Kauf beschließen sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am kommenden Montag, 16. November.

Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) bestätigte am Mittwoch, dass der Ausschuss den Kauf empfiehlt. Der Eigentümerwechsel sei zum 1. Januar 2016 geplant. Über Details könne er noch keine Auskunft geben, da er als Kämmerer nun zwar die Ermächtigung für das Grundstücksgeschäft, aber noch nicht die Ermächtigung für die Finanzierung habe. Der Kaufpreis solle über den Haushalt 2015 abgewickelt werden. Die Beschlüsse dazu müssten Magistrat und Stadtverordnete am Montag fassen, erklärte Geselle.

Den Kauf des Hauses bewertet der Kämmerer als „Coup für die Stadt Kassel“. In Nachbarschaft des Rathauses könnten dort städtische Ämter angesiedelt werden, die bisher in angemieteten Räumen untergebracht seien.

Bußgeldstelle zieht 2017 aus

Wie berichtet, sind in drei Etagen des Gebäudes bereits Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Region Kassel tätig. Weitere städtische Ämter sollen hinzukommen, wenn voraussichtlich im Jahr 2017 die beim Regierungspräsidium Kassel (RP) angesiedelte Zentrale Bußgeldstelle des Landes Hessen in den Neubau auf dem ehemaligen Stadtbad-Mitte-Gelände umgezogen ist. Die Bußgeldstelle nutzt 4500 Quadratmeter auf acht Stockwerken des Hauses.

Auf die Möglichkeit, das Gebäude per Vorkaufsrecht zu erwerben, sei die Stadt kürzlich durch die Verkaufsabsicht der Verwaltungesellschaft an einen Dritten aufmerksam geworden, berichtete Geselle. Nach eigenen Angaben hatte der Kasseler Projektentwickler Klaus Rolf Gerhold mit Bubis bereits einen notariellen Kaufvertrag geschlossen. Davon war die Stadt als Inhaberin des Vorkaufsrechts in Kenntnis gesetzt worden. Geklärt werden müssen laut Geselle noch die Kosten für die Sanierung des Gebäudes. Der jetzt leer ausgehende Projektentwickler Gerhold hatte diese auf bis zu sechs Millionen Euro geschätzt.

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