Dicht dran an Rock ’n’ Roll-Legenden

Ausstellung zeigt spektakuläre Konzertfotos von den 60er-Jahren bis heute

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Historisches Dokument: Jimi Hendrix 1968 in San Francisco, festgehalten von Baron Wolman und jetzt im Kulturbahnhof zu sehen.

Kassel. „Rock around the Lok“: Eine Ausstellung mit spektakulärer Konzertfotografie ist bis zum 29. Mai im Kulturbahnhof (vor dem Gleis 1) in Kassel zu sehen – bei freiem Eintritt.

Auf den Stellwänden versammelt sind Aufnahmen legendärer Fotografen von Heroen der Rock- und Pop-Geschichte wie den Rolling Stones, Frank Zappa, David Bowie und Angus Young ebenso wie Fotos von Studierenden an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach.

Die Federführung hatten die Werbegemeinschaft der Bahnhöfe und die DB Station&Service AG, ausgewählt hat die Bilder Clemens Mitscher, an der HfG Offenbach Dozent für Fotografie. Seit 2010 bietet er Kurse für Konzertfotografie an. „Da gibt es einen großen Run“, so der Fotograf. Nicht nur, weil man anschließend „die Kamera bedienen kann“, wie er bescheiden sagt: „Man kann aber nicht anfangen, in der Bedienungsanleitung zu lesen, wenn die Band startet.“

Foto eines Studenten: Florian Albrecht-Schöck nahm Justin Sullivan von New Model Army auf.

Auch die Nähe zu den Musikern lockt. Mitscher organisiert durch seine guten Kontakte Fotopässe und den Zugang zur Bühne, backstage wird oft ein Studio aufgebaut. Mitunter drücken die Studenten den Stars gleich nach deren Auftritten riesige Abzüge ihrer Aufnahmen frisch aus dem Drucker in die Hände.

Zuerst fotografieren sie in Clubs wie dem Schlachthof in Wiesbaden oder der Batschkapp in Frankfurt, später reisen sie auch, ob zum Melt-Festival, zum Haldern Pop- oder zuletzt sogar zum Levitation-Festival nach Austin, Texas. Immer ein Ziel: die Konzerte auf der Burg Herzberg bei Bad Hersfeld. Doch wenn es nach vielen Veranstaltern geht, sind Fotos, wie sie die Faszination der 60er- und 70er-Jahre-Musik spürbar machen, gar nicht mehr möglich. Zu strikt sind die Restriktionen für Profi-Fotografen. Bands wechseln nach kürzester Zeit das Outfit oder Licht, falls danach fotografierte Aufnahmen publiziert werden, „machen internationale Anwälte wegen Vertragsbrüchen mit Konventionalstrafen richtig Geld“, sagt Mitscher, der schon 1972 Pink Floyd vor der Linse hatte.

Mit seinen Studenten wollte er auch beim Hessentag in Kassel fotografieren. Keine Chance. Wenn die Fans wüssten, was bei den Toten Hosen in den Verträgen steht, dann, glaubt Mitscher, wären sie entsetzt. Toller Bildband zur Ausstellung: On Stage, AV Edition, 176 Seiten, 29 Euro.

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