Bauern-Protest gegen Pipeline

50 Landwirte übergaben dem RP eine Resolution gegen K+S-Leitungspläne

„Wir werden das ordentlich abarbeiten“: Abteilungsleiter Reinhard Otto (links) nahm für das Regierungspräsidium die Stellungnahmen der Landwirte entgegen; im Bild vorn die Vorsitzenden der Kreisbauernverbände Erich Schaumburg (Kassel) und Adolf Lux (Schwalm-Eder/rechts). Foto: Hermann

Kassel. Sieben Traktoren vor dem Kasseler Regierungspräsidium (RP), zwei davon hoben vor dem Haupteingang ein symbolisches Rohr mit der Aufschrift „Salzpipeline – Nein Danke!“ in die Höhe:

Rund 50 Landwirte aus den Kreisen Kassel und Schwalm-Eder haben am Dienstagmittag vor dem RP gegen die von dem Düngemittelhersteller K+S geplante Salz-Abwasser-Fernleitung protestiert.

„Nehmen Sie unseren Einspruch mit auf ihre Arbeitsebene“, forderte Erich Schaumburg, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Kassel, die RP-Vertreter bei der Übergabe einer Resolution und der im Namen der Landwirte abgegebenen Stellungnahmen auf. Als Träger öffentlicher Belange hätten die Kreisbauernverbände und der Regionalbauernverband Kurhessen ihre Stellungnahmen zu der umstrittenen Oberweser-Pipeline nicht einfach per Post schicken wollen. Sie wollten ihre Ablehnung gegenüber dem Raumordnungsverfahren mit dieser Protestaktion deutlich machen.

„Das ist eine völlig unkorrekte Planung“, kritisierte Adolf Lux, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder. Er vermisste vor allem die Prüfung alternativer Trassenvarianten. Die laut Raumordnungsverfahren geplante Röhre zur Ableitung der Abwässer aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier in die Oberweser und das im Reinhardswald vorgesehene Salzspeicherbecken stellten für die betroffenen Landwirte einen erheblichen Eingriff in ihre Flächen dar, betonten die Verbandsvorsitzenden.

Der Resolution gegen die Pipeline und das Speicherbecken haben sich nach ihren Angaben alle Ortslandwirte der Kreise angeschlossen. Von Seiten des Regierungspräsidiums nahm Reinhard Otto die Resolution und die Stellungnahmen der Landwirte entgegen. Der RP-Abteilungsleiter Verkehr, Planung, ländlicher Raum und Verbraucherschutz sagte bei der Übergabe zu, man werde das Verfahren „ordentlich abarbeiten“.

Das Raumordnungsverfahren stellt den ersten Schritt zu einer möglichen Genehmigung dar. Wie berichtet, setzen die hessischen Ministerien für Wirtschaft und Umwelt das Verfahren ab 29. Februar zunächst aus. So kam am Dienstag der Protest der heimischen Landwirte zum richtigen Zeitpunkt.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.