Fragen und Antworten

Betrieb beim Modehaus Sinn Leffers in Kassel geht weiter

Haus mit wechselhafter Geschichte: Die Kasseler Filiale von Sinn Leffers hat 2008 schon einmal eine Insolvenz durchgemacht. Jetzt wieder. Foto: Janz

Kassel. Nach 2008 steckt die Modehauskette Sinn Leffers erneut in Schwierigkeiten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Planinsolvenzverfahren, das am Montag beantragt wurde.

Welche Auswirkungen hat die Insolvenz auf die Filiale an der Kasseler Königsstraße? 

Zunächst keine. Der Betrieb geht weiter, die Mitarbeiter erhalten auch ihr Gehalt, allerdings drei Monate lang als so genanntes Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur. Ob es Einschnitte bei den rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt, kann derzeit noch nicht gesagt werden, erklärte Pressesprecherin Panagiota Egglezou. Das Modehaus an der Königsstraße gilt allerdings als eines der rentableren von Sinn Leffers.

Wie ist die Stimmung bei den Mitarbeitern? 

Weder Geschäftsleitung noch Betriebsrat wollten sich am Montag äußern. Die Stimmung im Geschäft, das gerade das Jubiläum feiert, wirkt jedoch nicht besonders angespannt. Viele Mitarbeiter haben 2008 schon eine Insolvenz durchgestanden - nun müssen sie erneut darauf hoffen, dass ihr Haus von Entlassungen oder einer Schließung verschont wird.

Wie soll der angeschlagene Modehändler wieder flott gemacht werden? 

Auch das ist offen. Sinn Leffers schreibt seit Jahren rote Zahlen. Ein Problem, das in Zeiten des Onlinehandels viele Modehändler teilen, weshalb in der Branche mit weiteren Pleiten gerechnet wird. Deutschlandweit hat Sinn Leffers 22 Filialen und drei Outlets. Maximal drei Filialen sollen geschlossen werden, sagte Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Göbel gegenüber dpa. Er versprach aber, keinen dramatischen Stellenabbau zu planen: „Vielleicht können wir sogar alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen.“ Vor die Planinsolvenz beantragt wird, muss bereits ein ausgearbeitetes Sanierungskonzept vorliegen.

Was genau ist eine Planinsolvenz? 

Traditionell heißt Insolvenz, dass ein Unternehmen zahlungsunfähig ist. Für den Insolvenzverwalter geht es vor allem darum, für die Gläubiger möglichst viel Geld zu retten - auch wenn die Firma zerschlagen wird. Bei einer Planinsolvenz hingegen ist das Ziel, den Betrieb zu sanieren, damit die Pleite abgewendet wird und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden.

Warum ist überhaupt eine Insolvenz nötig? 

Bei einer Planinsolvenz, die von Gericht überwacht wird, wird ein angeschlagenes Unternehmen für drei Monate von Regelungen befreit, die das Management sonst einschränken. Der Kündigungsschutz ist gelockert, langfristige Verträge können außer der Reihe beendet werden, und Gläubiger können ihre Forderungen nicht eintreiben. Außerdem zahlt die Arbeitsagentur die Löhne. Sogar ein Schuldenschnitt ist möglich - alles, um die Pleite und eine Zerschlagung der Firma zu verhindern. Während bei einer regulären Insolvenz ein Insolvenzverwalter im Auftrag der Gläubiger das Ruder übernimmt, bleibt die Kontrolle der Firma hier bei der Geschäftsleitung. Ihr wird ein Sachwalter zur Seite gestellt, der die Interessen der Gläubiger vertritt.

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-Planinsolvenz bei SinnLeffers: Kein dramatischer Job-Abbau geplant

Schlagworte zu diesem Artikel

LoddarM
(1)(0)

Alle in den Innenstädten angesiedelten Klamottenläden klagen ümassiv

über den Internethandel .
Warum , zur Hölle , gründen die etablierten Geschäfte nicht einen eigenen Internet - Shop .
Idiotisch hohe Mieten , unausgebildetes und unfreundliches Personal sowie unverschämte Parkgebühren nicht zu vergessen .

RenaAntwort
(1)(0)

:)))))

RolexralleAntwort
(2)(0)

Oder einen Buchladen !

Kommentare

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