Anspielung auf Calden?

Chaos-Flughafen als Zissel-Gag: Fahrgeschäft erinnert viele an Kassel Airport

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Hingucker auf der Zisselmeile: Das Fahrgeschäft „Chaos-Airport“, mit dem der Erfurter Schaustellerbetrieb Haberkorn zum ersten Mal in Kassel gastiert.

Kassel. „Nee jetzt – das meinen die doch nicht ernst, oder?“ So die Reaktionen auf das Fahrgeschäft "Chaos-Airport" auf dem Zissel. Was es damit auf sich hat.

„Chaos-Airport“ heißt die quietschbunte, blinkende Attraktion, die auf der Meile am Auedamm das letzte große Fahrgeschäft ist. Darunter können sich viele Menschen aus dem Raum Kassel etwas vorstellen.

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Eine Ähnlichkeit mit dem Kasseler Flughafen in Calden, den viele Kritiker als Chaos-Airport einschätzen, ist aber wohl Zufall und nicht direkt beabsichtigt. „Bei uns ist alles etwas irre“, sagt Schausteller Mario Haberkorn, und auch das klingt nordhessischen Flughafen-Beobachtern vertraut.

Seit 2014 ist der Erfurter mit dem „Chaos-Airport“ auf Tour und anlässlich des Zissels zum ersten Mal in Kassel. Die rund 30 Meter breite, mehrstöckige Rummel-Attraktion ist ein sogenanntes Laufgeschäft, in dem man beim Erkunden zu Fuß allerlei Überraschungen erlebt:

Auf den „Fluggast“ warten Wackelböden, Barrieren aus taumelnden Koffern, ein Spiegelkabinett, eine feuchtfröhliche Wasserrutsche und dergleichen mehr. Der Tower ist ein zehn Meter hoher Kletterturm für Kinder. Amüsiert verfolgen umstehende Zisselbesucher die Missgeschicke der Wagemutigen, die den Chaos-Flughafen erkunden. Es wäre denkbar, dass an den vier Volksfesttagen mehr Menschen ein Ticket bei Schausteller Haberkorn gelöst haben als im ganzen Monat für einen Flug ab Calden.

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„Ach ja, davon hab’ ich mal gehört“, sagt der 45-Jährige, wenn man ihn auf Kassels real existierenden Flughafen anspricht. Selbst in Calden gewesen sei er aber noch nie. Schon am ersten Zisselabend in seinem Kassenhäuschen sei ihm aber aufgefallen, „das das mit dem Flughafen hier immer wieder ein Thema für die Leute ist“, berichtet Haberkorn.

Wie er auf die Idee für seinen Chaos-Airport gekommen ist? „Das ist mir während einer Autofahrt eingefallen“, sagt der Schausteller. Er habe lange über ein geeignetes Konzept für so ein Laufgeschäft gebrütet. „Das Wichtigste aber ist“, erzählt er, „dass man ein Thema findet, wo so richtig Bewegung drin steckt“. In Calden war Haberkorn wie gesagt noch nie.

Ebenso wie Kassels Flughafen ist aber auch sein Chaos-Airport eine hessische Entwicklung – gebaut bei der Spezialfahrzeugbaufirma Dietz in Schwalmstadt. Gekostet habe das Fahrgeschäft etwa 750.000 Euro. Der Kasseler Flughafen war mit 282 Millionen Euro 376 Mal so teuer.

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Während Schausteller Haberkorn mit drei Mitarbeitern auskommt, sind es in Calden aktuell 128 Beschäftigte. Spekulation bleibt vorerst, ob dort bald einmal ein ähnliches Schild hängen könnte, wie es Mario Haberkorn an seinem Chaos-Airport angebracht hat: „Junger Mann für den Abbau gesucht.“

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