Kritiker wollen vor Kongress-Palais gegen Veranstaltung protestieren

Demo gegen Wunderheiler zum Start von „Spirit of Health“-Messe

Der Tagungsort: Von Freitag bis Sonntag ist das stadteigene Kongress-Palais für die umstrittene Wunderheilermesse „Spirit of Health“ gebucht. Auf dem Vorplatz sind Demonstrationen von Scharlatanerie-Kritikern angekündigt. Foto:  Fischer

Kassel. Die am Freitag beginnende Wunderheilermesse „Spirit of Health“ in Kassel wird von Protesten und Gegenveranstaltungen vor dem Kongress-Palais begleitet werden.

Am Freitag und Samstag ab 10 Uhr sowie am Freitagnachmittag ab 14 Uhr wollen sich jeweils knapp zwei Stunden lang Demonstranten eines „Bündnisses gegen Pseudomedizin und Quacksalberei“ versammeln, kündigte Sprecher Guido Bockamp an.

Gesundheitsbehörden warnen seit langem vor Gefahren durch das Mittel MMS, für das bei der Messe Werbung gemacht werden soll. Kritiker von MMS und weiteren Scharlatanerieprodukten wollen laut Bockamp unter anderem aus Hamburg und Baden-Württemberg anreisen, um gegen die dubiose Veranstaltung zu protestieren. „Wir laden jeden zur Beteiligung ein, der dies ebenfalls ablehnt“, sagte der Sprecher.

Während des ganzen Wochenendes gebe es am Rand des Holger-Börner-Platzes auch einen Informationsstand mit Videos und anderen Materialien, die sich kritisch mit Pseudo-Therapien, Scharlataneriepräparaten und Verschwörungstheorien auseinandersetzen. „Zu allem, was bei der Messe vorgestellt wird, kann man bei uns eine zweite Meinung einholen“, sagte Bockamp. Das Angebot richte sich an Menschen, die die Messe besuchen, weil sie sich Hilfe bei bestimmten Gesundheitsanliegen versprechen.

Der Bündnissprecher sagte, ein großer Teil des Messepublikums werde absehbarerweise aus Akteuren einer Heiler-Grauzone bestehen, die sich von den Lichtgestalten der Szene erklären lassen wollten, wie man mit fragwürdiger Quacksalberei Geld verdienen und seine Autorität aufwerten kann: „An diesen Teilnehmerkreis kommen wir mit unseren Informationen sowieso nicht heran.“

Unterstützung für Protestaktionen gegen die Wunderheilermesse bekundete die CDU-Fraktion im Rathaus. Deren sicherheitspolitischer Sprecher Stefan Kortmann sagte: „Ich kann nicht verstehen, dass diese Veranstaltungen landauf, landab abgesagt werden und nur Kassel sich das nicht traut.“

Ebenso unverständlich sei es, dass seitens der Rathausspitze „niemand öffentlich erklärt, dass solche Aktivitäten in Kassel abgelehnt werden“, sagte Kortmann. Oberbürgermeister Hilgen müsse sich fragen lassen, was er bei Kassel Marketing unternommen habe, um sicherzustellen, dass man in Zukunft dubiosen Mietern des Kongress-Palais die Tür weisen könne. Im Fall der Wunderheiler sieht die Stadt dafür keine vertragsrechtliche Möglichkeit.

Lesen Sie auch

Nur noch Kassel will MMS-Messe beherbergen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.