Direktorin noch ohne Hotel: Renthof eröffnet im März 2017

Das wird mal die Rezeption im Renthof: Die bereits als Direktorin berufene Undine Bay hat für ihre Aufgaben aber einen komfortableren Arbeitsplatz im Bad Wilhelmshöher Vorreservierungsbüro des künftigen 55-Zimmer-Hotels. Foto:  Koch

Kassel. „Für mich ist es wie nach Hause kommen“, sagt Undine Bay. Die 47-jährige, in Kassel aufgewachsene Hotelkauffrau hat zum Monatsbeginn ihren Dienst als Direktorin des künftigen Hotels im Renthof am Steinweg angetreten.

Momentan ist der historische Bau aus dem 13. Jahrhundert allerdings noch eine große Sanierungsbaustelle. Im kommenden März, rechtzeitig vor der documenta, soll das 55-Zimmer-Haus mit Restaurant und Gastgarten im Innenhof in Betrieb gehen.

Was macht eine Direktorin, die noch kein Hotel hat? „O, es gibt schon jede Menge zu tun“, lacht die Hotel-Führungskraft, die auf den Bereich Verkauf und Marketing spezialisiert ist. Im Stadtteil Wilhelmshöhe hat sie ein sogenanntes Voreröffnungsbüro bezogen, wo sie unter anderem ein elektronisches Buchungssystem für das neue Hotel aufbaut - und zahlreiche Gästeanfragen beantwortet.

Wird Hotel: Der Renthof neben der Alten Brüderkirche. Foto: Koch

„Obwohl wir noch gar keine Werbung machen, gibt es bereits jede Menge Reservierungsanfragen“, sagt Undine Bay. Darunter seien Hochzeitsgesellschaften, Familientreffs anlässlich der documenta sowie Firmen, die für Events das ganze Haus belegen und auch die benachbarte Brüderkirche nutzen wollen. Aber auch viele private Reisende hätten schon nach Zimmern gefragt. Ein weiteres Thema werde in nächster Zeit die Personalsuche sein. „Wir werden etwa 50 Mitarbeiter brauchen“, sagt die Frau, die einst als 19-Jährige Kassel verließ und sich seither in fast einem Dutzend Stationen der Hotellerie hochgearbeitet hat.

Als es in der Branche zunehmend ein Thema wurde, Hotelzimmer aktiv zu verkaufen, machte Undine Bay das zu ihrem Thema - und sich selbst einen Namen: „Ich bin dafür dann öfters von Häusern gerufen worden“, erzählt sie. Im feinen Fünf-Sterne-Haus Fürstenhof in Celle war sie rechte Hand der Geschäftsführung, zuletzt amtierte sie vier Jahre lang als stellvertretende Direktorin des noblen Schlosshotels Kronberg im Taunus, das den Landgrafen und Prinzen von Hessen gehört.

Doch die ungebundene Hotelkauffrau hatte nach eigenem Bekunden „immer diesen Drang nach Kassel“, wo ihre Mutter und ihre Schwester leben. Um „nichts zu verpassen“, habe sie sich seit zwei Jahren einen Suchmaschinen-Alarm für Hotel-Führungsjobs in Kassel eingerichtet. Als dann der Direktionsposten für den Renthof auf den Markt kam, „da wusste ich sofort: Da will ich hin.“ Als kuriosen Schicksalswink am Rande nahm es die ehemalige Heinrich-Schütz-Schülerin, dass der berühmte Komponist Heinrich Schütz um 1600 seine Ausbildung an der einstigen Hofschule im Renthof erhalten hatte.

Jetzt soll sie die Zukunft dieses Gebäudes als Hotelstandort mit besonderem Charme prägen. „Wir wollen eine ungezwungene Atmosphäre schaffen, aber vom Anspruch her in der oberen Liga spielen“, sagt Undine Bay.

Nach fast abgeschlossener Sanierung steht im Renthof nun der nächste Schritt in Sachen künftiger Atmosphäre bevor: Noch im Oktober soll mit den ersten Inneneinrichtungsarbeiten begonnen werden.

www.renthof-kassel.de

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