Unwetter ließ auch Bäume im Stadtgebiet umstürzen

Endstation Hauptbahnhof: Reisende steckten nach Unwetter fest

Im Bahnhof gestrandet: Mariska und Marc Riesewyk mit ihren Kindern (von links) Jolyn (13), Twan (16) und Eline (9) aus den Niederlanden.

Kassel. Das hatte sich Ebru Tunaz anders vorgestellt: Eigentlich wollte sie mit ihrem Mann zu Hause in Melsungen noch zu Abend essen, bevor er zur Nachtschicht musste.

Doch das schaffte die 23-Jährige gestern nicht mehr – nach dem Einsturz der 15.000 Volt starken Oberleitung ging nichts mehr im Kasseler Hauptbahnhof. In der Querhalle war Schluss für die Fahrgäste, die Türen zu den Gleisen waren aus Sicherheitsgründen alle geschlossen.

Doch bei allem Ärger zeigten die meisten Fahrgäste Verständnis für die Situation. So wie eine Familie aus den Niederlanden, die am frühen Abend im Bahnhof strandete. Vater, Mutter und drei Kinder waren zum Einkaufen nach Kassel gekommen. Sie wollten zurück in ihre Ferienwohnung nach Wanfried bei Eschwege und mussten nun wie alle Fahrgäste zum Bahnhof Wilhelmshöhe. Doch erst einmal stärkten sich alle in einem Schnellrestaurant. „Wir machen das beste daraus“, sagte Vater Marc Riesewyk.

Unwetter legte Kasseler Hauptbahnhof lahm

Ein Leuchtband informierte die Fahrgäste im Hauptbahnhof über den Schaden. Züge und Regiotrams fuhren nur noch vom Bahnhof Wilhelmshöhe. „Wir bitten um Ihr Verständnis“, leuchtete in regelmäßigen Abstanden in digitalen Buchstaben auf. Das brachten die meisten Reisenden trotz der Widrigkeiten auch auf. „Das kann ja mal passieren“, sagte Luise Keitzsch. Die 26-Jährige wollte ihre Familie in Eisenach besuchen und musste ihre Pläne nun ändern.

„Wir müssen halt alle nach Wilhelmshöhe verweisen“, sagte Steffen Weidemann von der Regiotram-Gesellschaft (RTG). „Von da fahren die Züge im Pendelverkehr.“ Etliche Mitarbeiter der RTG waren zum Dienst erschienen und warteten im Bahnhof auf ihren Einsatz. Unterdessen untersuchten Techniker der Deutschen Bahn das Ausmaß des Schadens. „Die Aufräumarbeiten werden sicher sehr langwierig werden“, schätzte Oliver Kaufhold von der Bundespolizeiinspektion Kassel.

Zu Schäden kam es auch im Stadtgebiet: Durch das Unwetter mit starkem Regen waren mehrere Bäume umgestürzt und große Äste auf die Fahrbahn gekracht, unter anderem an der Holländischen Straße an der Stadtgrenze in Richtung Vellmar. Am Ständeplatz musste die Feuerwehr einen Baum fällen, die Trams wurden umgeleitet.

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