Video und Fotos: Drei Etagen stehen für drei Zeitabschnitte

Einblick vorab: Das erwartet Besucher im neuen Kasseler Stadtmuseum

Kassel. Drei Etagen, drei prägende Zeitabschnitte für Kassel: So präsentiert sich das neue Stadtmuseum, das am Samstag seine Türen bei freiem Eintritt öffnet. Wir stellen in Kurzform vor, was die Besucher nach der sechsjähigen Umbaupause erwartet.

Grundsätzlich gilt, dass die Ausstellungspräsentation sehr unterschiedlich ausfällt: Von modern bis klassisch reiche die Bandbreite, wie auch Museumsleiter Dr. Kai Füldner einräumt. Dies liege auch daran, so Füldner, dass während des Umbaus ein Wechsel in der Museumsleitung stattgefunden habe. „Ich glaube dennoch, dass alles in einem Fluss funktioniert“, sagt Füldner. Auf zu viel digitale Elemente sei verzichtet worden, da diese nach wenigen Jahren bereits veraltet erscheinen würden.

Erdgeschoss: 913 bis 1800

Im Erdgeschoss befindet sich zu einem das „Kasselfoyer“, in dem der Besucher auf die Stadtgeschichte eingestimmt wird. So kommen dort prägende Objekte der Stadtgeschichte ins Gespräch miteinander. So diskutiert der Verkehrs-Lolli mit dem alten Theater und dem Rührfix.

Zudem erstreckt sich im Erdgeschoss der Ausstellungsbereich, der vom Gründungsjahr der Stadt 913 bis ins späte 18. Jahrhundert reicht. An einem Medientisch kann der erste Kasseler Stadtplan aus dem Jahr 1547 in animierter Form erlebt werden: Hochwasser und Feuersbrünste werden audiovisuell erlebbar.

Obergeschoss: 1800 bis 1933

Im Obergeschoss wird der Aufstieg des Bürgertums thematisiert. Eine wichtige Zeitenwende für die Stadt und ihre Bürger, wie Museumsleiter Füldner erläutert. Es geht um den Kampf um Bürgerrechte, aber auch die Industrialisierung in Kassel wird an einem animierten Schauplan sichtbar. Ausgestellt ist zudem Mobiliar der Zeit und an einer gigantischen Wandzeitung sind die wichtigsten Ereignisse nachvollziehbar.

Interessant ist auch die Geschichte über die Liebschaft von Kurfürst Wilhelm II., der zwar mit Prinzessin Auguste verheiratet war, aber eine Geliebte hatte. Diese privaten Konflikte sind in einer Art Comicroman umgesetzt.

Aber auch spielerische Elemente gibt es: So etwa ein Spiel, bei dem der Besucher alte und aktuelle Ansichten der Stadt, die aus der gleichen Perspektive entstanden sind, zusammenbringen muss.

Dachgeschoss: Ab 1933

In der obersten Etage startet die Ausstellung mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und reicht bis in die jüngere Vergangenheit der Stadt. Zu Beginn wird der Besucher mit historischen Bildern auf das 20. Jahrhundert in Kassel eingestimmt. Diese werden auf eine große Leinwand geworfen.

Eine weitere Station ist die Weimarer Republik, wo viele persönliche Gegenstände des ehemaligen Kasseler Oberbürgermeisters und Reichsministerpräsidenten Philipp Scheidemann ausgestellt sind.

Deutlich mehr Platz wird dem Zweiten Weltkrieg eingeräumt. In dem Bereich ist auch das große Trümmermodell der Stadt ausgestellt.

Die Etage schließt mit der Nachkriegszeit und dem Wiederaufbau und erstreckt sich bis zur deutschen Wiedervereinigung. Ein Hingucker ist die BMW Isetta der Kasseler Fußballlegende Gala Metzner.

Vorab-Blick ins Kasseler Stadtmuseum

Das Programm zur Eröffnung

• 14 Uhr: Begrüßung durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen, den Leiter der städtischen Museen Dr. Kai Füldner und die Vorsitzende des Vereins „Freunde des Stadtmuseums“ Gabriela Wolff-Eichel.

• 14.30-20 Uhr: Museumsmitarbeiter und Experten stellen Exponate des Museums vor. Zudem gibt es ein Kinderprogramm (Museumsrallye, Schattenrisse anfertigen, Fotoaktion mit Kostümierung).

• 14.30-18 Uhr: Nachbildungen von Gewandungen am Königshof von Konrad I., der Kassel 913 erstmals erwähnte, werden von der Maßschneider-Innung Nordhessen präsentiert.

• 20-22 Uhr: Kasseler Mundart-Rock-’n’-Roll mit Dark Vatter.

• Kulinarisches: Nordhessischer Apfelchampagner, Kuchen, ab 17 Uhr Bratwürstchen, ab 20 Uhr Cocktails und Fingerfood.

Service

Zur Eröffnung des Stadtmuseums am Samstag, 18. Juni, haben alle Besucher freien Eintritt. An diesem Tag ist das Stadtmuseum (Ständeplatz 16) von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Ansonsten gilt:

• Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag bis Sonntag 10-17 Uhr; Mittwoch 10-20 Uhr; Montag geschlossen.

• Eintritt: Bis 18 Jahre kostenlos; ansonsten vier Euro beziehungsweise ermäßigt drei Euro.

• Kontakt: www.stadtmuseum-kassel.info, E-Mail: stadtmuseum@kassel.de oder Tel. 0561/ 787 44 05

• Am Samstag wird wegen der Eröffnung die Straße „Ständeplatz“ von 13.30 bis 15.30 Uhr gesperrt.

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