Direktkandidat 

Für Bundestagswahl 2017: Kasseler SPD setzt auf Gremmels

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Ulrike Gottschalck (von links), Timon Gremmels und Esther Kalveram. 

Kassel. Timon Gremmes hat sich mit großem Vorsprung gegen Esther Kalveram durchgesetzt. Er wird Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis Kassel. 

Der Favorit hat das Rennen gemacht und das überraschend deutlich. Timon Gremmels (Niestetal) ist der Kandidat der Sozialdemokraten in Stadt und Landkreis Kassel für die Bundestagswahl 2017.

Gestern nominierten die Delegierten den 40-jährigen SPD-Kreischef und Landtagsabgeordneten. Er gewann mit 106 zu 43 Stimmen gegen die Kandidatin des SPD-Unterbezirks Kassel Stadt, Esther Kalveram (50). Der Wahlkreis Kassel umfasst Stadt und Altkreis Kassel (ohne Baunatal und Schauenburg) und wird traditionell von der SPD dominiert

Noch im Frühjahr hatte der frühe Vorstoß von Timon Gremmels, der bereits im Mai seine Ambitionen bekannt gab, für Unmut bei den Genossen in Kassel gesorgt. Die brauchten einige Zeit, bis sie eine eigene Kandidatin präsentierten.

Von der Verstimmung war gestern Abend in der Mehrzweckhalle von Vellmar/ Frommershausen zumindest offiziell nichts mehr zu hören. Beide Kandidaten bekamen viel Applaus, unterstrichen auch die Gemeinsamkeiten. Bei der Abstimmung waren die Mehrheiten aber deutlich verteilt. Mindestens 20 Delegierte aus Kassel dürften ihre Stimme dem Kreiskandidaten gegeben haben. Timon Gremmels will jetzt Nachfolger von Ulrike Gottschalck im Bundestag werden. Die appellierte an die Genossen, selbstbewusst in den Wahlkampf zu gehen. Dafür gebe es gute Gründe.

Esther Kalveram (50) hatte zuvor betont, dass es einen sehr fairen Wahlkampf um die Stimmen der Genossen gegeben habe. Als alleinerziehende Mutter habe sie wichtige Erfahrungen gesammelt. Sie ist Ortsvereinsvorsitzende im Stadtteil Forstfeld und Stadträtin. Ihr Geld verdient sie im Wahlkreisbüro des SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Decker.

Die steilere politische Karriere hat Timon Gremmels gemacht. Der Politikwissenschaftler sitzt seit Ende 2009 im Hessischen Landtag und hat es dort bis zum stellvertretenden Fraktionschef gebracht. Den Sprung in den Landtag schaffte er übrigens als Nachrücker für Ulrike Gottschalck. Die war in die Bresche gesprungen, als die SPD kurzfristig einen Ersatz für den über eine Affäre gestolperten Rainer Pfeffermann suchte.

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