Neu, schöner, größer

Garde-du-Corps-Platz: Betonklotz weg, neues Parkhaus hin

Parkhaus Garde-du-Corps-Platz vom Königstor (unten im Bild) aus gesehen: Links die Fünffensterstraße, rechts die Friedrichsstraße. Das dringend sanierungsbedürftige Gebäude soll abgerissen und im Jahr 2018 durch einen Neubau ersetzt werden. Archivfoto: Malmus/nh

Kassel. Das sanierungsbedürftige Parkhaus Garde-du-Corps-Platz soll abgerissen und im Jahr 2018 durch einen modernen Neubau ersetzt werden.

Die Parkhausgesellschaft der Stadt Kassel wird dafür schätzungsweise annähernd acht Millionen Euro investieren. Das auf dem Grundstück zwischen Fünffenster- und Friedrichsstraße in bester Innenstadtlage angedachte neue Parkhaus „wird unendlich kundenfreundlicher sein“, sagt Gerhard Jochinger, Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft. Breite Parkplätze, Fahrstuhl und eine helle, freundliche Atmosphäre sind die Stichworte.

Wettbewerb geplant

Auch eine schmucke Fassade ist vorgesehen. Der bestehende, 40 Jahre alte Betonklotz gilt seit Jahren als Schandfleck in der City. Das soll sich ändern, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Er plant einen Architektenwettbewerb für den Neubau. „Die Fassade soll was hermachen in dieser Lage“, sagt Nolda. Das künftige „Parkhaus Grimm“ - so der Arbeitstitel - soll auch von den per Auto anreisenden Besuchern der Grimmwelt auf dem Weinberg genutzt werden.

„Ich hätte das gern schneller gehabt“, erklärt Nolda zu den aktuellen Bauplänen. Bereits seit dem Jahr 2011 wird im Rathaus überlegt, wie es mit dem maroden Betonbau weiter gehen soll (siehe Hintergrund). Seit 2011 läuft durch das undichte oberste Parkdeck Regenwasser ins Haus und sorgt für Schäden. Ein schnellerer Neubau ist aber nicht möglich, weil die Parkhausgesellschaft derzeit die letzte Kaufpreis-Rate zur endgültigen Übernahme des zweiten Bauabschnitts der Tiefgarage Friedrichsplatz finanzieren muss.

500 Stellplätze

„Wir müssen danach erst wieder Eigenkapital aufbauen für eine solide Finanzierung des neuen Parkhauses Grimm“, erklärt Jochinger. Das neue Gebäude soll mit insgesamt rund 500 Stellplätzen über deutlich mehr Platz verfügen. Derzeit gibt es im Parkhaus 360 Plätze, die aber noch so schmal markiert sind, dass längst nicht so viele Autos im Parkhaus untergestellt werden können.

ADAC-Urteil für städtisches Parkhaus am Garde-du-Corps-Platz: Sehr mangelhaft

Das 40 Jahre alte Parkhaus am Garde-du-Corps-Platz war wegen schmaler Parkplätze, enger, gefährlicher Rampen, hoher Bordsteine und düsterer Atmosphäre beim HNA-Parkhaustest im Jahr 2011 glatt durchgefallen. „Sehr mangelhaft“, urteilte der ADAC über das Haus mit 360 Stellplätzen. Verbessert hat sich seither nichts. Vor der documenta 13 im Jahr 2012 wurden nur einige Anstriche erneuert, und auch beim Test des ACE im Frühjahr 2016 kam das Parkhaus nur auf Platz 17 von 21. Das städtische Parkhaus, das wie eine Baulücke an der Fünffensterstraße wirkt, sei „ein krankes Objekt“ und in höchstem Maße sanierungsbedürftig, urteilte Gerhard Jochinger, Geschäftsführer der städtischen Parkhausgesellschaft, bereits Ende 2012. Der Projektentwickler schlug damals vor, ein neues Wohn- und Geschäftshaus um den Parkhaus-Kern herum zu errichten.

An der Fünffensterstraße sollten im Erdgeschoss Läden geschaffen werden. Zur Friedrichsstraße hin sollten Wohnungen, Ateliers und Büros entstehen. Doch aus den Plänen wurde nichts, weil sie bautechnisch kaum umzusetzen gewesen wären und die Bausubstanz in den vergangenen sechs Jahren weiter gelitten hat. Weil das Parkhaus trotz des schlechten Zustands als funktionsfähig gilt, soll es bis zum Abriss 2018 weiter genutzt werden. Von dem zeitweise angedachten Verkauf hat man im Rathaus Abstand genommen.

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