Händler an Unterer Königsstraße fürchten Umsatzeinbußen wegen Bauarbeiten

Wird bald wieder Baustelle: Ausbau und die Umgestaltung der Unteren Königsstraße sollen im März weitergehen. Bis Jahresende sollen die größeren Bauabschnitte fertig gestellt sein. Foto:  Fischer

Kassel. Wenn das Wetter mitspielt, werden am Montag, 7. März, die Bauarbeiten in der Unteren Königsstraße weitergehen.

Die gewerbetreibenden Anlieger sehen diesem Termin mit Sorge entgegen: „Es wird schon Beeinträchtigungen geben“, ist sich Uwe Spät, Filialleiter des Tabakwarengeschäfts Rocholl, sicher.

„Wir fürchten, dass wir Umsatzeinbußen haben werden“, sagt die stellvertretende Filialleiterin des Idee Creativ-Marktes, Magdalene Krause. Die Stadt habe die Geschäftsleute darüber informiert, dass die Zugänge zu den Läden beispielsweise durch Brücken gewährleistet werden sollen. Wie die Kunden sich verhalten werden, bleibe aber abzuwarten.

Spürbare Umsatzeinbußen hätten sich schon seit der Einführung der höheren Parkgebühren in der Innenstadt vor fast eineinhalb Jahren bemerkbar gemacht, sagt Magdalene Krause. Die Bauarbeiten in diesem Bereich der Fußgängerzone würden die Situation der Händler noch erschweren, fürchtet sie: „Wir hoffen, dass es nach dem Umbau ein bisschen attraktiver wird.“

Auch hier stimmt Uwe Spät mit ein: „Es kann nur besser werden“, sagt der Geschäftsmann. In vielen Bereichen heben sich gerade im Winter einzelne Pflastersteine, hat er beobachtet. Vor allem ältere Menschen mit Gehhilfen hätten hier mit Stolperfallen zu kämpfen. Eine Aufwertung werde der Unteren Königsstraße gut tun.

Trotz aller Widrigkeiten, die bereits bei den Bauarbeiten im vergangenen Jahr auftraten, lobt Spät ausdrücklich auch die Bauleute der Firma Emmeluth, die bislang akkurat und top gearbeitet hätten: „Da stand immer einer mit dem Besen da, um den Eingang sauber zu halten.“

Ali Bingöl, der seit 18 Jahren den Blumenladen „Blumenelfe“ an der Unteren Königsstraße betreibt, fürchtet, dass sein Geschäft kaputt geht, wie er sagt. Denn seit November ist das benachbarte Hochhaus eingerüstet, weil die Fassade erneuert werden soll. Deshalb verschwinde sein Geschäft hinter Baugittern.

Unter diesem Zustand leidet auch Susanne El Chami, Leiterin der Filiale der Ruch-Bäckerei. Zudem sei die Bushaltestelle für die Dauer der Bauarbeiten verlegt worden. So sei ihr Umsatz dramatisch zurückgegangen und sie habe bereits eine Mitarbeiterin entlassen müssen. „Und dann kommt noch der Umbau der Unteren Königsstraße“, klagt die Geschäftsfrau.

Behinderungen, Lärm und Schmutz lassen sich nicht vollständig vermeiden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Man wolle aber die Beeinträchtigungen auf ein Minimum reduzieren. Ziel sei es, allen Kunden und Gästen trotz der Baustelle einen möglichst ungestörten Aufenthalt in der City zu ermöglichen. Alle Haus- und Geschäftseingänge sollten zugänglich bleiben, und die Straßenbahn bleibe uneingeschränkt in Betrieb.

Bis Mitte Mai soll die Erneuerung von Strom-, Wasser-, Gas- und Fernmeldeleitungen zwischen Stern und Königsplatz vornehmlich auf der westlichen Straßenseite (am City Point) abgeschlossen sein. Anschließend wird die Stadt damit beginnen, die Fußgängerzone auszubauen und mit neuem Pflaster zu gestalten.

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