Handwerk feiert seine Meister - Bundesverdienstkreuz für Kasseler Berufspädagogen

Meister ihres Handwerks: Kreishandwerksmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann (vorne links) mit den neuen Meisterinnen und Meistern, die ihre Urkunden bei der Feier in der Kasseler Sparkasse an der Wolfsschlucht in Empfang nahmen. Fotos: Fischer

Kassel. Von der Metzgerlehre zum Bundesverdienstkreuz: Der Lebensweg von Heinrich Keim zeigt, dass eine Ausbildung im Handwerk die Basis für großen beruflichen Erfolg und höchste gesellschaftliche Anerkennung sein kann.

Der Sohn eines Fleischermeisters aus Gudensberg hatte nach der Ausbildung ein Lehramtsstudium absolviert, wurde Berufsschullehrer und leitete viele Jahre die Walter-Hecker-Schule und die Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel. Jetzt erhielt der Ahnataler im Alter von 86 Jahren das Bundesverdienstkreuz.

Heinrich Keim sei eine „Lichtgestalt des Ehrenamts“, sagte Kulturstaatssekretär Dr. Manuel Lösel, der dem pensionierten Oberstudiendirektor die Auszeichnung im Rahmen der Meisterfeier der Kreishandwerkerschaft verlieh. Als Lehrer und Schulleiter habe er sich weit über seine beruflichen Verpflichtungen hinaus engagiert. Seine pädagogischen und fachdidaktischen Initiativen hätten die Bildungslandschaft in Deutschland mitgeprägt, so Lösel.

Nach seiner Pensionierung arbeitete der Ahnataler am Aufbau von Hotelfachschulen und Lehrerausbildungsprogrammen in Nordafrika mit. Mit seiner humorvollen Dankesrede, in der er immer wieder auf die Wurst kam, machte Keim zugleich klar, dass er den Bezug zu seinem Handwerk nie verloren hat. Das letzte Buch, das der 86-Jährige veröffentlicht hat, dreht sich um die nordhessische Bradworschd-Küche.

Vorbildlicher Berufpädagoge: Heinrich Keim aus Ahnatal (links) bekam das Bundesverdienstkreuz von Staatssekretär Dr. Manuel Lösel angesteckt.

Auch die 82 frischgebackenen Meister, die bei der Feier in der Kasseler Sparkasse an der Wolfsschlucht ihre Urkunden im Empfang nehmen konnten, haben schon einen entscheidenden Karriereschritt gemacht. „Sie gehören jetzt zur Elite das Handwerks, der stärksten Säule der deutschen Wirtschaft“, sagte Heinrich Gringel. Präsident der Handwerkskammer Kassel. Er erteilte dem Akademisierungswahn eine Absage: „Wir brauchen mehr Meister, nicht mehr Master.“ Auch Kreishandwerksmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann mahnte: Das duale System der Berufsausbildung und die hohen Standards für den Meister gelte es gerade in Zeiten starker Zuwanderung unbedingt vor einer Aufweichung zu schützen. (rud)

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