Erneute Debatte

FDP fordert: Regiotram soll raus aus Königsstraße

Kassel. Die FDP-Rathausfraktion hat die Debatte um Regiotrams auf der Königsstraße erneut angestoßen. Sie fordert, dass die Trams die Fußgängerzohne nicht mehr befahren dürfen.

Täglich 1000 Straßenbahnen und Regiotrams auf der Königsstraße in der Fußgängerzone seien zu viel, sagte FDP-Fraktionschef Matthias Nölke. Ein Kompromiss, der die Erreichbarkeit der City sichern, aber gleichzeitig für eine Entlastung der Fußgängerzone vom Tramverkehr sorgen könnte, sei die Herausnahme der beiden Regiotram-Linien nach Hofgeismar (RT 1) und Wolfhagen (RT 4).

Ein klares Nein dazu kommt von der SPD. Die Regiotram müsse weiter aus dem Umland direkt ins Herz der Stadt fahren, sagte SPD-Stadtverordneter Patrick Hartmann. Die CDU wolle erst den Abschluss der KVG-Liniennetzreform abwarten, erklärte Stadtverordneter Wolfram Kieselbach. Auch die Grünen wollen die Bahnen auf der Königsstraße belassen. „Viele andere Städte beneiden uns um das Regiotram-System“, sagte Stadtverordnete Eva Koch.

Die Fraktion Freie Wähler und Piraten lehnt den FDP-Vorstoß ab, weil er nicht weit genug gehe, sagte Dr. Bernd Hoppe. Alle Trams müssten aus der Fußgängerzone verbannt werden, die Königsstraße sei heute „mehr ein Bahndamm mit zwei Fußwegen“. So sieht das auch die AfD-Fraktion, machte Sven René Dreyer deutlich: „Die Trams stehen gegen den Charakter der Fußgängerzone.“

Seniorenbeirat schwenkt um

Für Verwunderung sorgte Heinz Gunter Drubel. Der ehemalige FDP-Stadtverordnete unterstützte im Namen des Seniorenbeirats den FDP-Antrag. Für Ältere sei es wegen der vielen Bahnen schwer, die Königsstraße zu überqueren, „wir sind dringend an einer Ausdünnung interessiert“, sagte Drubel. Bisher hatte der Seniorenbeirat stets den Verbleib aller Trams auf der Königsstraße gefordert, damit die Innenstadt für Ältere gut erreichbar bleibe.

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