Weitere Etappe der Sanierung für 2,7 Millionen Euro

Kasseler Martinskirche: Wiedereröffnung zu Ostern

Blick von der Empore: Hier wird ab August die neue Orgel aufgebaut. Bereits am Ostersonntag soll die Martinskirche frisch saniert und mit neuer Bestuhlung wieder zum Gottesdienst geöffnet haben. Fotos:  Koch

Kassel. Der Ostersonntag ist ohnehin ein hoher Feiertag. In der Martinskirche wird er mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert.

Die wichtigste Voraussetzung: Bis dahin soll die Sanierung von Kassels größter Kirche wieder einen großen Schritt vorangekommen sein. „Nur eine Woche vorher werden die neuen Stühle geliefert, bis zum Sonntag muss alles fertig sein“, sagt Hans Helmut Horn, der Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Schon jetzt sind die Fortschritte bei der Sanierung unübersehbar. Die Kirche ist deutlich heller geworden, hat eine neue Beleuchtung bekommen und einen neuen Bodenbelag. Durch die dunklen Werkbetonplatten vollende man jetzt, was der Architekt Heinrich Otto Vogel beim Wiederaufbau ab 1953 geplant habe. Damals sei die Umsetzung nicht möglich gewesen, weil die Heizungstechnik dieser Gestaltung im Wege stand.

Für die Innenrenovierung der Kirche stehen 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. Zum ersten Mal nach 60 Jahren wird der Hauptraum grundlegend saniert. „Das war dringend nötig“, sagt Horn. Ab Ostern soll der Hauptraum der Kirche wieder nutzbar sein. Die Arbeiten in dem Gotteshaus sind dann aber noch längst nicht abgeschlossen. Ab dem Frühjahr steht die Renovierung der deutlich kleineren Chorkirche auf dem Programm. Dafür sind 200.000 Euro veranschlagt.

Ab August kommen dann die ersten Teile der neuen Orgel für die Martinskirche. Allein 5000 Pfeifen müssen montiert werden. Der Aufbau des modernen Instruments, das die gesamte Breite der Empore einnehmen wird, dauert mehrere Monate. Ab Dezember beginnen die Fachleute des Orgelbauers Rieger (Österreich) mit der Intonation. Was mit der neuen Orgel an Kirchenmusik möglich ist, soll erstmals am Pfingstsonntag 2017 (4. Juni) öffentlich zu hören sein. Bis dahin wird eine mobile Ersatzorgel in der Kirche genutzt.

Bundesweit werden die Arbeiten mit Interesse verfolgt. Die Orgel der Martinskirche gilt als eines der spannendsten Orgelbauprojekte der Gegenwart. 2,2 Millionen Euro kostet das Instrument. Wegen der überregionalen Bedeutung übernimmt die Landeskirche die Hälfte der Kosten. Sowohl für die Orgel als auch für die neue Bestuhlung sammelt die Kirchengemeinde weiterhin Spenden. „Die Resonanz ist bislang hervorragend, wir können aber noch Unterstützung gebrauchen“, sagt Horn.

Der Festgottesdienst mit Bischof Martin Hein zur Wiedereröffnung der Martinskirche findet am Sonntag, 27. März, zehn Uhr, statt. Um 17 Uhr beginnt ebenfalls am Sonntag das Christus-Oratorium (Franz Liszt) mit dem Orchester St. Martin unter der Leitung von Kantor Eckhard Manz.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.