"Bin aussichtsreicher Kandidat"

Kassels Stadtbaurat Nolda (Grüne) will nach Potsdam wechseln

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Sieht für sich in Kassel keine politischen Mehrheiten mehr: Christof Nolda.

Kassel. Weil er in Kassel keine Chance mehr sieht, dass sich für seine Neuwahl eine politische Mehrheit findet, hat sich Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) um den Dezernentenposten in Potsdam beworben.  

Die Entscheidung fällt erst nächste Woche. Doch die Nachricht von seiner Bewerbung ist in seiner bisherigen Wirkungsstätte Kassel bereits angekommen. So tritt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) die Flucht nach vorn an. „Am kommenden Mittwoch, 7. Dezember, stehe ich als aussichtsreicher Kandidat in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam für das Amt des Stadtbaurates zur Wahl“, teilte der Bündnisgrüne am Donnerstag mit.

Noldas Amtszeit in Kassel, wo er seit 1. Januar 2012 das Dezernat für Verkehr, Umwelt, Stadtentwicklung und Bauen leitet, läuft bis Ende nächsten Jahres. Offenbar ist er aber die oft heftige Kritik an seiner Person leid, die auf der Suche nach einer neuen politischen Mehrheit immer wieder aufs Neue aufkommt. Die Mehrheiten für den Fortbestand seiner Arbeit sieht er in Kassel nicht mehr gegeben, erklärt der Diplom-Ingenieur für Architektur. Nolda: „Nach fast fünf Jahren als Stadtbaurat in Kassel habe ich mich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen.“

Als Kasseler Stadtbaurat habe er wichtige Projekte auf den Weg bringen, vorantreiben und abschließen können. Er habe hochmotivierte und kompetente Menschen im Rathaus, in der Stadtgesellschaft und in der Politik kennengelernt, sagt der 54-Jährige. „Ich bin unserer Stadt seit mehr als 30 Jahren verbunden und hätte meine Arbeit in und für Kassel gerne fortgesetzt.“ Auch weil er überzeugt sei, dass der Stadt nach vielen Wechseln an der Spitze des Baudezernats eine längere fachliche Kontinuität gut tun würde.

„Seit der Kommunalwahl im März gibt es in der Stadtpolitik jedoch keine gesicherten Mehrheiten. Weder für wichtige stadtentwicklungspolitische Themen, noch für meine Neuwahl als Stadtbaurat“, bedauert Nolda. Er habe sich daher dazu entschlossen, sich in Potsdam zu bewerben, berichtet der Ehemann und Vater von zwei Kindern.

Stelle seit einem Jahr vakant

Nach HNA-Informationen sucht die Stadt Potsdam dringend nach einem neuen Stadtbaurat, denn die Stelle ist seit Abwahl von Matthias Klipp (Grüne) im November 2015 vakant. Klipp war über eine Affäre um seinen privaten Hausbau gestürzt. Ein gefundener Nachfolger war abgesprungen, so musste die Stelle neu ausgeschrieben werden. Die Potsdamer Grünen haben in der Kooperation mit SPD und CDU/ANW das Vorschlagsrecht für den Posten. Neben Nolda ist Bauamtsleiter Bernd Rubelt aus Eutin (Schleswig-Holstein) einziger Mitbewerber.

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Taiga_WutzAntwort
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Das hat nichts mit experimentieren zu tun, sondern mit der Frage, ob man einfach grundsätzlich bereit ist, auch mal gemäßigt und angepasst zu fahren. Aber die meisten Unkenrufer hier scheinen Verkehrsteilnahme immer noch hauptsächlich als Wettrennen fehlzuinterpretieren.

disqus_vIchx8lMKEAntwort
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Da ist kaum Platz für solche Experimente, also ist es saugefährlich, auch bei 30 km/h!
Eine völlig widersinnige Verkehrspolitik wurde da von Hr. Nolda betrieben, gut dass er geht, nicht gut, dass er wohl nun die nächste Stadt "versauen" kann!

tunichtgutAntwort
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Dann sind es halt pro einfacher Straba 188 Menschen. Die RegioTram könnte vom Streckenausbau her über die Holländische bis Vellmar Nord durchfahren. Aber auf der Willi-Allee wäre eine Verbreiterung erforderlich. Die Doppel-Straba ist für die Ampelphasen jetzt schon eigentlich zulang. Kann man wunderbar z. B. Am Stern beobachten.

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