Knöllchen trotz Parkscheins: Technische Probleme beim SMS-Ticket

Frust beim Handy-Parken: Wegen technischer Probleme werden derzeit mitunter versehentlich Knöllchen an Autofahrer ausgestellt, die ein virtuelles Ticket gezogen haben. Foto: Fischer

Kassel. Ohne Kleingeldsorgen den Parkschein bequem über das Handy lösen - das kann man in Kassel seit dem Sommer auf allen öffentlichen Parkplätzen.

Auch Matthias Nölke zieht sich seine Parktickets seitdem fast immer auf dem Smartphone statt am Automaten. Doch seit der 35-Jährige dreimal ein Knöllchen an der Windschutzscheibe hatte, obwohl er ein Handyticket gelöst hatte, schwindet seine Begeisterung für die neue Methode.

Matthias Nölke

Das dürfte nicht nur Nölke, Kreisvorsitzender der Kasseler FDP, so gehen. Etliche Autofahrer, die das Handyparken nutzen, haben in den vergangenen Wochen zu Unrecht ausgestellte Strafzettel bekommen. Grund ist ein technisches Problem, bestätigt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich auf HNA-Anfrage.

Das Problem 

Ein Software-Fehler auf den Kontrollgeräten der städtischen Ordnungspolizeibeamten führt offenbar dazu, dass die Kontrolleure nicht immer richtig angezeigt bekommen, ob für ein Auto ein Parkschein gelöst wurde, erklärt Happel-Emrich. Aufgrund dieser Fehlinformation stellen die Beamten dann mitunter fälschlicherweise einen Strafzettel aus. Die mobilen Datenerfassungsgeräte der Ordnungsamtsmitarbeiter seien für die Kontrolle von Handytickets mit einer neuen Software bespielt worden. Im Zusammenhang mit dieser Software komme es offenbar zu einem Fehler.

Die Ursache 

Das Problem sei vor etwa vier Wochen durch die Rückmeldungen von Autofahrern aufgefallen, die zu Unrecht ein Knöllchen bekommen hatten. Die genaue Ursache sei noch nicht bekannt. Offenbar hänge der Fehler aber mit der Nutzungsintensität des Systems zusammen, sagt Happel-Emrich. Anscheinend tauche das Problem dann auf, wenn viele Autofahrer gleichzeitig in einer bestimmten Parkzone Handytickets lösen. Beispielsweise sei es schon mehrfach um die Mittagszeit im Bereich des Uni-Campus am Holländischen Platz zu dem Fehler gekommen. Wie viele Autofahrer insgesamt schon betroffen waren, kann Happel-Emrich nicht sagen. Aber: „Es waren einige.“

Die Lösung 

Die Stadt habe die Firma, die die Software für die Kontrollgeräte programmiert, umgehend über das Problem informiert. Diese habe den Auftrag, den Fehler so schnell wie möglich zu beheben. „Es tut uns leid, wenn Autofahrer bis dahin Unannehmlichkeiten haben“, so Happel-Emrich.

Tipp Für Betroffene

Wer trotz ordnungsgemäß gelöstem Handyticket ein Knöllchen bekommen hat, sollte sich bei der Verkehrsüberwachung der Stadt Kassel melden unter Tel. 0561/787-32 03 oder den per Post zugestellten Anhörungsbogen ausfüllen und zurücksenden. Zu jedem Handyticket bekommt man einen PIN-Code. Diesen sollte man parat haben. „Das Verfahren wird dann unbürokratisch eingestellt“, verspricht der Rathaussprecher.

Das Handy-Parken ist auf den öffentlichen Parkplätzen der Stadt Kassel seit Juni flächendeckend möglich. Seither wurden ingesamt 1,4 Millionen Parkscheine in Kassel gelöst, mehr als 50 000 davon über das Handy. Der Anteil der Handytickets steigt seit Sommer stetig: Im Oktober betrug er 5 Prozent.

Es gibt zwei Wege, einen Parkschein per Handy zu kaufen: Entweder per SMS oder über die Smartphone-App „Travipay“, die zuvor auf dem Smartphone installiert werden muss. Dabei muss man das Nummernschild und die jeweilige Parkzeit angeben.

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- Parken in Kassel: Handy-Tickets mit Tücken

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