Stadt nimmt absolutes Verbot zurück - Freigabe für 20-9 Uhr

Königsstraße in Kassel: Radfahren ist ab Januar wieder erlaubt 

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Tagsüber ist Schieben auf der Königsstraße angesagt: Abends ab 20 Uhr darf man ab kommendem Jahr in der Fußgängerzone aber wieder Fahrradfahren.

Kassel. Das Radfahren in der Fußgängerzone in der Kasseler Innenstadt ist ab dem neuen Jahr abends wieder erlaubt. Ab Januar darf die Obere Königsstraße zwischen 20 Uhr und 9 Uhr von Fahrradfahrern benutzt werden.

Damit nimmt die Stadt ein absolutes Radfahrverbot für die Königsstraße, das sie erst ein Jahr zuvor erlassen hatten, wieder zurück. Als Begründung für das Verbot wurden seinerzeit vermehrte Konflikte und Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern genannt. Inzwischen ist man zu einem anderen Schluss gekommen. „In dem Zeitraum zwischen 20 und 9 Uhr, wenn die Geschäfte geschlossen sind, sollten Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern vermeidbar sein“, sagt Rathaussprecher Sascha Stiebing.

Im Vorfeld der Entscheidung über eine Neuregelung habe eine städtische Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit Fahrradverbänden, Polizei und KVG die Unfallstatistiken überprüft und geschaut, wie andere Städte mit dem Thema umgehen. Demnach habe es zwischen 2011 und 2015 lediglich einen Unfall während der Freigabezeit gegeben, die seinerzeit noch von 19 bis 11 Uhr galt. Dieser sei unter Alkoholeinfluss passiert. Zudem habe ein Städtevergleich ergeben, dass mehr als 90 Prozent der der Kommunen den Radverkehr in ihren Fußgängerzonen zeitlich begrenzt oder rund um die Uhr freigeben. Die meisten Städte (65 Prozent) setzten auf eine zeitlich begrenzte Freigabe, die sich in der Regel nach den Geschäftszeiten richte.

So wird es jetzt auch Kassel machen – und damit im Prinzip zur alten Regelung zurückkehren. Den Anstoß zur Rücknahme des Verbots hatte die Stadtverordnetenversammlung gegeben, die den Magistrat im Mai beauftragte, eine erneute Freigabe in Randzeiten zu überprüfen. Im Unterschied zur alten Regelung wird die Freigabezeit künftig allerdings etwas enger gefasst. Von 2009 an hatte die Stadt das Radfahren in der Königsstraße zwischen 19 und 11 Uhr zugelassen. Das überschnitt sich teilweise noch mit Öffnungszeiten der Geschäfte. Jetzt wird die Freigabe von 20 bis 9 Uhr gelten. Der Austausch der entsprechenden Schilder werde derzeit vorbereitet, sagte Stadtsprecher Stiebing. Die Kosten dafür bezifferte er mit rund 225 Euro. Die gleiche Summe dürfte voriges Jahr vor die Beschilderung des Verbots angefallen sein.

Auch in der Unteren Königsstraße soll das Radfahren in dem begrenzten Zeitfenster künftig wieder erlaubt sein – allerdings erst, wenn die Umbauarbeiten im Sommer 2017 fertig sind. „Ich freue mich, dass die Radfahrer in der Nebenzeit wieder die Königsstraße, abseits vom Kfz-Verkehr, befahren dürfen“, kommentierte Anne Grimm, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Kassel, die neue Regelung. „Für viele Radfahrer ist dies trotz mehrerer Alternativrouten die attraktivste und topografisch günstigste Verbindung.“

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