Denkmalschützer lehnen das im Herbst entstehende Bauwerk ab

Kritik an der geplanten Treppe gegenüber der Grimmwelt

Hier soll die breite Treppe entstehen: Gegenüber dem Eingang der Grimmwelt soll das Bauwerk in den Park führen.

Kassel. Im Herbst soll gegenüber dem Eingang zur Grimmwelt eine großzügige Treppenanlage zum Fürstengarten gebaut werden. Die Treppe soll Touristen zum Verweilen einladen und eine direkte Verbindung in Richtung Landesmuseum ermöglichen.

Der Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt lehnt die Planungen der Stadt, die in den nächsten Wochen im Detail vorgestellt werden sollen, ab. Die Finanzierung des Bauprojekts steht bereits, und die Detailplanung läuft.

Ein solches Bauwerk würde aus Sicht der Denkmalschützer das historische Gartendenkmal empfindlich stören, sagt Stadthistoriker Dr. Christian Presche, Sprecher des Arbeitskreises. Der Fürstengarten sei in den Jahren 1904/1905 in seiner heutigen Gestalt geschaffen worden und bis heute gut erhalten.

Die von der Kasseler Industriellenfamilie Henschel seinerzeit mitfinanzierte Parkanlage sei ein stiller Rückzugsort zwischen den Straßen. „In Kassel gibt es keine andere Gartenanlage des frühen 20. Jahrhunderts, die eine vergleichbare Authentizität bewahrt hat“, sagt Presche. Mit der geplanten Treppenanlage an der Grimmwelt werde der Park zu einer Durchgangszone und verliere damit seinen ursprünglichen Charakter.

So sah der Fürstengarten früher aus: Vorne die Weinbergstraße, an der heute (rechts) das Elisabeth-Krankenhaus steht. Das Rondell wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Mahnmal mit hohen Mauern umgebaut. Hinten die Murhardsche Bibliothek.

Aus Sicht des Arbeitskreises bringt die geplante Treppe auch keine entscheidenden Vorteile. Die Abkürzung sei wegen des Geländeanstiegs ausgerechnet für gehbehinderte Menschen kaum zu bewältigen. Der bisherige Umweg über die Weinbergstraße habe zudem den Vorteil, dass die Touristen auf diese Weise den Henschelgarten und den Ausblick vom Weinberg über das südliche Kasseler Becken entdecken könnten.

Zudem könnten Ortskundige schon jetzt vom Landesmuseum über den Fürstengarten zur Grimmwelt gelangen. Wer die Treppe neben dem westlichen Eckrondell auf die Weinbergstraße nutze, habe nur einen zusätzlichen Weg von 120 Metern zu bewältigen.

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