Neue Ermittlungsunterlagen verzögern Urteilsfindung

Landgericht Kassel: Prozess um Vergewaltigung und Diebstahl geht weiter

Kassel/Melsungen. Weil es jede Menge neue Ermittlungsunterlagen gibt, zieht sich der Prozess vor dem Landgericht Kassel gegen einen 54 Jahre alten, seit Sommer 2015 in Untersuchungshaft sitzenden Mann aus dem Kreis Kassel weiter in die Länge.

Für den 2. und 23. September kündigte der Vorsitzende Richter Dreyer am Montag weitere Termine an. Der 54-Jährige ist von der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung und gewerbsmäßigen beziehungsweise versuchten Diebstahls in 24 Fällen sowie Verstoßes gegen das Waffenrecht angeklagt.

In Wuppertal soll der Beschuldigte im Oktober 2000 eine damals 52-jährige Frau mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Dies hat er allerdings bestritten und für den Tattag ein Alibi von seiner Ehefrau und Mutter bekommen.

Zu den ihm zur Last gelegten 24 Wohnhaus-Einbrüchen zwischen Mai 2007 und Juli 2015 in Stadt und Landkreis Kassel sowie in Melsungen hatte der Mann erklärt: „Ich war auf Schmuck und Bargeld aus.” Der Gesamtwert der Beute soll laut Staatsanwaltschaft bei 90.000 Euro liegen.

Am Montag übergab die Polizei dem Gericht ein dickes Paket neuer Ermittlungsergebnisse. Das alles müsse er erst mit seinem Mandanten besprechen, sagte dessen Anwalt Jürgen Ahrens. Und auch Richter Dreyer sagte nach einer Sitzungsunterbrechung: „Wir sind an einer umfassenden Aufklärung interessiert.” Deshalb sind zwei weitere Termine vorgesehen.

Bei einem 64-jährigen Zeugen hat sich Dreyer am Montag ausdrücklich für dessen Aufmerksamkeit bedankt. In Kassel hatte der Mann gesehen, wie der später Festgenommene am Nachbarhaus zunächst geklingelt und dann in das Haus eindringen wollte, nachdem niemand geöffnet hatte. Der Nachbar verständigte die Polizei. Das führte schließlich zur Festnahme. Auf bei den Einbrüchen verwendeten Steinen, an Scheiben, Fensterrahmen und Griffen hatte der Beschuldigte nach den Ermittlungen der Polizei zahlreiche Blut- und andere Spuren hinterlassen.

Er habe einen Schock bekommen, als er Einbruch und Diebstahl bemerkt habe, sagte am Montag ein 73-jähriger Mann aus dem Kreis Kassel. Er war im Sommer 2014 vormittags nur eine Stunde mit dem Hund weg und seine Frau beim Zahnarzt, als er den Diebstahl von wertvollen Uhren, Schmuck und Münzen bemerkt habe. Einen Ring, eine Kette und ein Armband habe sie besonders gern getragen, sagte die 73-jährige Ehefrau. Von der Beute habe man nichts zurück bekommen.

Als ein 42-Jähriger aus Melsungen abends nach Hause kam, die offene Terrassentür und herumliegende, durchwühlte Schubladen entdeckte, dachte er zunächst an einen Waschbär. Dann entdeckte er, dass Ringe, eine Goldkette und eine Sparbüchse fehlten.

Fortsetzung des Prozesses: 2. und 23. September, jeweils um 9 Uhr im Landgericht Kassel.

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