Grab von Philipp I. in Martinskirche

Landgraf war Wegbereiter: 500. Jahrestag der Reformation

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In der Gruft der Martinskirche: Hier liegt mit Landgraf Philipp I. einer der Wegbereiter der Reformation begraben. Unser Archivfoto zeigt Pfarrer Willi Temme zwischen den Särgen.

Kassel. Zwischen Kassel und Marburg wurde vor 500 Jahren Religionsgeschichte geschrieben. Das soll 2017 mit einem umfangreichen Programm zum Jubiläumsjahr der Reformation deutlich gemacht werden. Das stellte die Grimmheimat Nordhessen gestern in der Kasseler Martinskirche vor.

Christiane Kohl, die Initiatorin der Kampagne, nannte als regionale Meilensteine die weltweit erste Kirchensynode in Homberg / Efze, die Einführung der Konfirmation in Ziegenhain (Schwalmstadt) sowie die Gründung der protestantischen Universität Marburg. Die Region sei ein Pionierland der Reformation gewesen.

Das Jubiläumsjahr mit seinen internationalen Aktivitäten wecke auch das Interesse an den heimischen Schauplätzen der Geschichte, sagte Regionalmanager Holger Schach. Bis Januar 2017 soll ein Reiseführer erscheinen, in dem Orte der Reformation zwischen Kassel und Marburg beschrieben werden. Hinweisschilder werden zudem auf die „steinernen Zeugen“ vor Ort hinweisen. Ein Programm zum Reformationsjahr stellen Städte, Touristikbranche und Kirchen in der Region auf die Beine.

In Kassel ist die Martinskirche ein zentraler Ort des Programms. Hier liegt Landgraf Philipp I. begraben. Eine große Grabplatte weist darauf hin. Sie überstand die Bombennacht vom 22. Oktober 1943. Das Denkmal für den Landgrafen, das vor der Kirche stand, verschwand im Krieg. Das Material wurde ähnlich wie bei vielen Kirchenglocken an die Rüstungsindustrie geliefert.

Vorgesehen ist im Jahr 2017 eine Kooperation zwischen der documenta und der Weltausstellung zur Reformation in Wittenberg. Das kündigte Eveline Valtink vom Projektmanagement der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an. Unter dem Motto „Kunst der Freiheit“ werde es in der Kasseler Karlskirche einen Brückenschlag zu den 50 Gegenwartskünstlern geben, die in Wittenberg ausstellen.

Treffen mit Martin Luther

1517: Martin Luther schlägt die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg.

1518: Der Kaiser erklärt den 14-jährigen Philipp zum Landgrafen.

1521: Reichstag Worms. Philipp trifft Luther.

1526: Der Kaiser erlaubt den Landesherren, den Glauben zu wechseln. Hessen wird evangelisch.

1529: Der Kaiser will seine Entscheidung rückgängig machen. Die evangelischen Länder und Städte protestieren, daher die Bezeichnung Protestanten.

1555: Augsburger Religionsfrieden.

1567: Philipp stirbt mit 62 Jahren in Kassel.

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