Grenzwerte für Stickstoffdioxid der Stadt Kassel sind seit 2006 überschritten

Medien machen Schule: Ist ein Dieselfahrverbot in Kassel sinnvoll?

Im Rahmen des Projektes „medien@schule“ haben Schüler der Klasse G9a der Heinrich-Schütz-Schule Kassel über das Thema "mögliches Dieselfahrverbot in Kassel" geschrieben.

Deutschland droht eine millionenschwere Strafe von der EU. Die Grenzwertefür Stickstoffdioxid der Stadt Kassel sind seit 2006 überschritten und bessern sich nicht. Der Durchschnittswert liegt bei circa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, der höchste Wert wird morgens gegen acht gemessen mit 80 Mikrogramm pro Kubikmeter, der niedrigste mit 20 Mikrogramm pro Kubikmeter um 5 Uhr morgens. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), klagt aufgrund des zu hohen Stickstoffdioxidwertes in der Innenstadt. Priska Hinz (Grüne) meint, es ein Dieselfahrverbot wäre wirksam, rät aber vor der Umsetzung ab, weil es rechtlich nicht möglich sei. Sehr wahrscheinlich wird die Einhaltung des Grenzwertes vor 2020 nicht erreicht sein. Wir, Daniel und Benni, haben zwei Kasseler nach ihren Meinungen gefragt:

Interview mit Jörg P. von VW Glinicke, Königstor 

Was halten Sie von dem evtl. kommenden Dieselfahrverbot in Kassel? Unter anderem hatte auch die HNA einen Artikel darüber veröffentlicht. 

Jörg P. sagt: In der Zeitung stehen viel und man darf nicht alles glauben. Ein solches Verbot macht durchaus Sinn, aber es ist  momentan nicht durchführbar, denn Busse, LKW und Postlieferanten fahren alle mit Diesel. 

Es sollen Ausnahmen für Busse etc. geben, aber Taxen und der private Gebrauch sollen auf Benziner oder Elektro wechseln. 

Jörg P.: Das geht aber nicht so schnell. Falls es soweit kommen wird, dann muss man sich damit auseinandersetzten. 

Und was würde das für Sie und diesen Standort genau bedeuten? Könnte man dann den gesamten Gebrauchwagenverkauf von Dieselautos einstellen? 

Jörg P.: Für uns würde das erstmal mehr Verkauf an Benzin-, Gas- und Elektroautos bedeuten. Ja, man könnte den gesamten Gebrauchtwagen Verkauf der Dieselautos einstellen. 

Interview mit einem Taxifahrer aus Kassel

Was halten Sie von dem evtl. kommenden Dieselfahrverbot in Kassel? 

Taxifahrer: Das ist Schwachsinn! Wie sollen dann die Geschäfte beliefert werden?! Ich weiß gar nicht, wie man das umsetzten soll. 

Es soll eine blaue Plakette mit der Nummer sechs für bestimmte Zonen eingeführt werden. Was halten Sie davon? 

Taxifahrer: Schwachsinn ist das einfach nur Schwachsinn! Entweder gibt es ein allgemeines Gesetz oder gar keins. Die Leute, die das aufgerufen haben, haben doch keine Ahnung. Die sagen einfach „ihr müsst die Dieselautos aus der Stadt nehmen, damit die Luftverschmutzung sich bessert“. Aber eigentlich müssen sie nur die Ampelanlagen dementsprechend besser schalten, dann kann das nicht passieren, dass wir minutenlang an den Ampeln stehen. Man kann auch nicht dauernd denn Motor abschalten, weil das auf das Material geht, mal ist der Anlasser kaputt-musst du neu kaufen-kostet Geld. Ich meine, das ist alles nur Schwachsinn.

Von Daniel und Benni

Anmerkung: Rund 250 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

Rubriklistenbild: © dpa

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