Probleme in Kassels Innenstadt - vier Beamte werden eingestellt

Mehr Ordnungspolizei: Trinkerszene soll unter Kontrolle gebracht werden 

Kassel. Die Stadt Kassel will jetzt gegen die Trinkerszene in der Innenstadt vorgehen. Dazu werden zusätzlich vier Ordnungspolizisten eingestellt, die dauerhaft die Trinker überwachen sollen.

Das kündigte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) in einem Gespräch mit der HNA an.

Er teile die Einschätzung, dass die Szene auf dem Friedrichsplatz zu untragbaren Belästigungen der Besucher der Kasseler Innenstadt führe, sagt Hilgen. Die bisherige Strategie - ein Trinkraum als Treffpunkt, Einsatz von Sozialarbeitern und Kontrollen durch das Ordnungsamt - hätte aber nicht ausgereicht.

Daher werde er sich dafür einsetzen, dass die Zahl der städtischen Ordnungspolizisten von zwölf um vier auf insgesamt 16 erhöht werde. Diese zusätzlichen Ordnungsspolizisten würden nicht nur zeitweise die Trinkerszene im Auge behalten, sondern dort dauerhaft eingesetzt. Hilgen: „Damit können wir den ganzen Tag vor Ort sein und dauerhaft einschreiten, wenn uriniert wird oder andere unzulässige Dinge passieren.“

Auch die Geschäftsleute in der City hatten sich heftig beschwert, dass ständig etwa an die Wände von Sinn Leffers oder in der Tiefgarage uriniert werde. Dem Reinigungspersonal sei das Saubermachen kaum mehr zuzumuten.

OB Hilgen betont, dass möglichst schnell etwas passieren müsse. Möglicherweise werde die Stadt mit den ganztägigen Kontrollen beginnen, bevor die vier zusätzlichen Ordnungspolizisten eingestellt sind. Auch abseits der Trinkerszene seien inzwischen mehr Hilfspolizisten nötig, sagt Hilgen. Die generelle Sicherheitslage auf den Straßen erfordere mehr Personal als bisher.

So habe man auch bereits zum Zissel und jetzt bei der Wehlheider Kirmes schwere Betonpoller aufgestellt, um eine mögliche Amokfahrt zu verhindern. Hilgen: „Ohne den Anschlag in Nizza hätten wir das nicht gemacht.“

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Rubriklistenbild: © HNA/Fischer

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