10.000 Menschen bei der weltweit größten Kaninchenschau in den Messehallen

Kassel. Allergiker hätten am Wochenende keine Freude in den Kasseler Messehallen gehabt: Überall roch es nach frischem Heu. 23.173 Kaninchen müssen schließlich adäquat versorgt und untergebracht werden.

In den Messehallen fand die weltweit größte Kaninchenschau statt, ausgerichtet vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), deren Sprecher Wolfgang Elias aus Kassel ist.

Stattlicher Rammler: Hartmut Elsner aus Zierenberg passte auf den Deutschen Riesen auf.

6000 Züchter aus Deutschland waren am frühen Samstagmorgen angereist, um ihre Tiere den rund 10.000 Besuchern anzubieten. Als Höchstpreis hatte der Verband einen Preis von 250 Euro angesetzt, so Elias. Wer sich unter Kaninchenzüchtern bewegt, muss sich an gewisse Regeln halten. Elias erklärt, dass Begriffe wie Hase und Langohr verpönt sind. „Wer das sagt, muss fünf Euro in die Vereinskasse zahlen.“Karnickel und Mümmelmann gelten unter den Züchtern gar als Schimpfworte.

Finn Steffens aus Schleswig-Holstein war mit seiner Tochter Pia-Lotta (12) schon nachts um 3 Uhr zu Hause los gefahren, um ab 7 Uhr die ersten Kaninchen (Vater und Tochter züchten drei Rassen) an die Käufer zu bringen. Mit einigen Kunden habe man sich im Vorfeld verabredet und die Kaninchen-Geschäfte bereits auf dem Parkplatz erledigt.

Das handhabten einige Züchter, wenn man das Treiben vor den Kofferräumen der Autos so beobachtete. Kassel ist für Händler eben ein guter Standort. „Wenn man hier ist, ist Bayern plötzlich nah“, sagt Züchter Steffens aus Norddeutschland.

Diana Zakar aus Hünfelden bei Limburg war mit ihrer Familie nach Kassel gekommen, um Freunde aus Serbien in den Messehallen zu treffen. Die wollten sich in Kassel mit neuen Kaninchen für die Zucht eindecken. Alle Käufer müssten beim Verlassen des Geländes mit einem Beleg nachweisen, dass sie die Tiere auch tatsächlich gekauft und nicht einfach aus einem der vielen Käfige genommen hatten.

„Der Verkauf ist gut gelaufen“, erzählten Josef und Thomas Barke. Vater und Sohn aus dem Bayerischen Wald züchten deutsche Riesen (grau). So ein Tier wiegt schon mal 9,4 Kilogramm und kostet zwischen 150 und 200 Euro.

Bis zu 350 Euro bei Auktion 

Trafen Freunde aus Serbien bei Kaninchenschau: Diana Zakar und ihr Sohn Eliaß leben in der Nähe von Limburg.

8,4 Kilogramm wog der Deutsche Riese (wildgrau), den Hartmut Elsner aus Zierenberg auf seinem Schoßfesthielt. „Das ist der König der Kaninchen“, sagte Elsner. Der eindrucksvolle Rammler gehörte zu den 25 Tieren aus Spitzenzuchten, die der ZDRK versteigerte. Bis zu 350 Euro wurden bei der Auktion für ein einzelnes Tier geboten, sagt Elias.

Die Männer seien immer noch in der Mehrheit unter den Züchtern, so der ZDRK-Sprecher. Der Verband habe - wie viele andere Vereine auch - Nachwuchssorgen. „Dabei gibt es doch für Kinder nichts Schöneres, als frühzeitig für ein Tier Verantwortung zu übernehmen“, sagt Elias.

32. Bundes-Kaninchenschau in den Messehallen

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