Straßenverkehrsbehörde erteilt dem Vorschlag einer temporären Einbahnstraße eine Absage

Menzelstraße: Autos rollen weiter

Südstadt. Die knapp 30 Anwohner, die zur außerordentlichen Sitzung des Ortsbeirats Südstadt in die Kita Menzelstraße gekommen waren, machten aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.

„Ich dachte immer, der Ortsbeirat setzt sich für die Stadtteilbewohner ein“, sagte Wolfgang Tümmler: „Das ist ja hier wohl gar nicht der Fall.“

Die meisten der Anwohner hatten sich eine Lösung gegen die aktuell prekäre und gefährliche Verkehrssituation auf der Menzelstraße und Landaustraße erhofft. Doch das Mehrheitsvotum der Stadtteilparlamentarier fiel am Ende so aus, dass sich an der Situation nichts ändern müsse. Der Versuch einer Problemlösung durch der Grünen wurde abgeschmettert. Deren Antrag, die Menzelstraße ab Höhe Akademiestraße für ein kurzes Stück zur Einbahnstraße zu machen und stadteinwärts für Autos zu sperren, wurde mit den Gegenstimmen von SPD und CDU abgelehnt.

Das Ziel mancher Autofahrer, die Frankfurter Straße zu vermeiden, um so schneller voranzukommen, hätte damit durchkreuzt werden können, hatte Ortsvorsteherin Kerstin Sariç erklärt. Sie hatte einen Vorschlag der Anwohner, unter anderem von Volker Plock, aufgenommen.

Georg Förster

Weil die Ludwig-Mond-Straße zurzeit stadteinwärts gesperrt ist, wälzt sich täglich der Ausweichverkehr über die beiden Straßen. Messungen hatten ergeben, dass hier jetzt 2000 Autos am Tag fahren, wo früher 1200 gezählt wurden.

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der ausgewiesenen Fahrradstraße nervt die Anwohner und gefährde Fußgänger und Radfahrer, so die Kritik. Eine Mutter sprach von einer katastrophalen Situation zwischen 7.30 und 8.30 Uhr, wenn die Kinder auf dem Weg zur Schule oder zur Kita sind.

Zur Sitzung hatte der Ortsbeirat den Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Dr. Georg Förster, eingeladen. Dem Wunsch der Anwohner, die Straße teilweise zur Einbahnstraße zur machen, erteilte er eine Absage: „Wir sind der Auffassung, dass wir nichts sperren wollen.“ Die Behörde müssen alle Bewohner der Stadt im Blick haben. „Wenn wir irgendwo zumachen, nimmt der Verkehr an anderer Stelle zu“, so sein Argument. Er sprach von einem „unangenehmen Gleichgewicht des Leidens.“ Die Schilderungen der Anwohner konnten ihn nicht umstimmen.

„Für Kinder und alte Menschen ist das Überqueren der Straße zurzeit nur schwer möglich, Radfahrer werden angehupt, wenn sie nebeneinander fahren, was dort erlaubt ist, und die Vorfahrt der Fahrradstraße wird oft ignoriert“, beschreibt Volker Plock die gefährliche Situation auf der Menzel- und Landaustraße.

Rubriklistenbild: © dpa

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