Verwaltungsgerichtshof soll abgerissen werden

Neues Tapetenmuseum soll an den Grimmplatz

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Torwache bleibt erhalten, der 50er-Jahre Flügel soll weichen: Wenn der Verwaltungsgerichtshof Mitte 2017 an die Goethestraße ins ehemalige Finanzamt zieht, soll am Brüder-Grimm-Platz der Abrissbagger rollen, um Platz für das Museum zu schaffen.

Kassel. Ein neuer Museumsbau soll am Brüder-Grimm-Platz entstehen und das seit Jahren heimatlose Tapetenmuseum aufnehmen.

Die Pläne für diese Lösung seien weit fortgeschritten, sagte der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), Prof. Dr. Bernd Küster, am Mittwoch bei einer Veranstaltung im Schloss Wilhelmshöhe. Küster zufolge soll das 2017 frei werdende Gebäude des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) abgerissen und auf der Fläche ein Neubau errichtet werden. Zwar stehe das VGH-Gebäude in Teilen unter Denkmalschutz, aber da eine Nachnutzung des Gebäudes aus bautechnischen Gründen nicht möglich sei, könne ein Abriss genehmigt werden.

Das zuständige Ministerium für Wissenschaft und Kunst bestätigt die Äußerungen Küsters nicht. Derartige Aussagen seien nicht mit Kunstminister Boris Rhein (CDU) abgestimmt. Zudem gebe es noch keine endgültigen Beschlüsse. Rhein befürworte zwar den Standort Brüder-Grimm-Platz, aber die Abstimmung laufe noch. Laut Küster ist ein Beschluss der Landesregierung über die Mittelfreigabe im Mai zu erwarten. Die geplante Bausumme wollte er nicht nennen. Mit einem Neubau würde das deutschlandweit einmalige Tapetenmuseum erstmals ein eigenes Gebäude bekommen. 

Bis zu der sanierungsbedingten Schließung des Landesmuseums war die Sammlung dort untergebracht. Das neu gestaltete Landesmuseum, das am 30. November 2016 wiedereröffnet werden soll, bietet den Tapeten keinen Platz. Laut Küster könnte noch in diesem Jahr ein Architektenwettbewerb für den Neubau ausgelobt werden. Wenn der VGH nächstes Jahr ins ehemalige Finanzamt an der Goethestraße umzieht, wäre ein Abriss des bestehenden Gebäudes noch 2017 möglich. In der ans VGH-Gebäude anschließenden Torwache soll Küster zufolge die Wohnung rekonstruiert werden, in der die Brüder Grimm von 1814 bis 1822 lebten.

Kartenansicht: Der Grimmplatz

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