Proteste gegen die Schließung des Clubs Unten

Solch schöne Aussichten wird es vor dem Unten vielleicht bald nicht mehr geben: Die letzten Sonnenstrahlen des Tages scheinen auf den Eingangsbereich des Clubs am Kulturbahnhof. Fotos: Götte/nh

Kassel. Das Unten im Kulturbahnhof ist einer der beliebtesten Clubs der Stadt, doch die Bahn hat den Betreibern gekündigt. Nun machen sich viele Unterstützer für den Club stark.

Eine Internet-Petition, Proteste aus der Politik und viel Unterstützung von Gästen für die Betreiber des Clubs Unten - das bevorstehende Aus des Konzert- und Partyladens im Kasseler Kulturbahnhof stößt weiter auf viel Kritik. Nun wendet sich auch die Schülervertretung der Jacob-Grimm-Schule (JGS) gegen die Schließung am 30. Juni. Wie berichtet hatte die Bahn dem Unten unter anderem wegen Sicherheitsbedenken gekündigt.

Die JGS-Schüler, die dort ihre Abipartys veranstalten, haben nur wenig Verständnis für die Entscheidung der Bahn. „Mit der Schließung verliert Kassel an Attraktivität für junge Menschen und damit an Gründen, in der Stadt zu bleiben oder erst hierherzukommen“, heißt es in einem von Jonathan Heil, Willem Weber und Felix Rathfelder unterschriebenen Unterstützerschreiben. Das Unten sei „immer ein Ort von Toleranz, Miteinander und kulturellem Austausch gewesen, an dem niemand Angst haben musste vor Sexismus, Rassismus und Homophobie“.

Die an die Bahn gerichtete Internet-Petition „Raussens Calling! Save Unten!“ für den Erhalt des Clubs haben mittlerweile mehr als 2500 Menschen unterzeichnet. Zuvor hatten sich bereits Frank Thöner vom Verein Kulturbahnhof und der kulturpolitische Sprecher der grünen Rathausfraktion, Gernot Rönz, für neue Gespräche zwischen der Bahn und den Betreibern stark gemacht - bislang ohne Erfolg.

Einen Austausch über eine Verlängerung des Standorts habe es nicht mehr gegeben, sagt Andreas Störmer, der den Club mit dem Verein „Kultur von unten“ in den vergangenen knapp drei Jahren zu einem beliebten Szene-Treffpunkt gemacht hat. Zuletzt hatten in der Stadt bereits die Kulturfabrik Salzmann und andere kleinere Läden dicht machen müssen. „Das ist, als gäbe es zum Einkaufen bald nur noch den großen Metro-Markt“, sagt Störmer, der weiterhin darauf hofft, dass es am Kulturbahnhof auch nach dem 30. Juni weitergeht.

Trotzdem sucht er mit seinem Unten-Kollegen Mathias Jakob parallel nach alternativen Standorten: „Wir sind nach wie vor offen.“ Das ist bewusst doppeldeutig zu verstehen, denn der Club-Betrieb geht erst einmal weiter: An deisem Donnerstag (21.30 Uhr) spielen im Unten die Punk-Bands Baretta Love und Catch As Catch Can.

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- Kommentar zum Aus für den Club Unten: Kulturkiller Bahn

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