Historisches Gebäude am Steinweg

Renthof in Kassel öffnet Anfang 2017 - Umbau zu Hotel mit Restaurant

Freigelegt: Das Ausgangsportal des ehemaligen Karmeliterklosters war zugemauert und wurde erst bei der Sanierung des Renthofes entdeckt. Im Bild sind die beiden Bauherren Uwe Kleinkauf (links) und Rainer Holzhauer. Fotos: Koch

Kassel. Anfragen für den documenta-Sommer im kommenden Jahr gibt es schon reichlich. Das ist auch kein Wunder, denn der historische Renthof am Steinweg ist auf dem Weg, eine ausgesprochen attraktive Adresse zwischen Innenstadt und Fuldaufer zu werden. Er wird zu einem Hotel mit Restaurant umgebaut.

Noch ist das Gelände eine Großbaustelle, aber die Sanierung macht große Fortschritte. „Wir wollen bis Anfang kommenden Jahres fertig sein“, sagt der Gastronom Rainer Holzhauer (Grischäfer). Zusammen mit dem Kasseler Finanzexperten Uwe Kleinkauf (Well Group) setzt er das Millionenprojekt in dem denkmalgeschützten Bau um. Geplant ist ein Hotelbetrieb mit 55 Zimmern (ab 89 Euro) und einem Restaurant.

Dafür muss das zuletzt als Seniorenheim genutzte Gebäude komplett saniert werden. Jeder Schritt werde mit der Denkmalpflege abgesprochen, sagt Uwe Kleinkauf. Auf eine Entdeckung beim Umbau sind die Bauherren besonders stolz. Es handelt sich um den großen Torbogen des früheren Ausgangsportals. Der wurde im 13. Jahrhundert für das Karmeliterkloster gebaut und bei späteren Erweiterungen zugemauert. Der Bogen soll als Durchgang vom Eingangsbereich des Hotels zum Restaurant genutzt werden.

Bereits im Rohbau fällt auf, wie ruhig es hinter den alten Mauern ist. Vom Verkehr am Steinweg soll man auch im bislang verschlossenen Innenhof, dem ehemaligen Kreuzgang, nichts hören. Hier entsteht ein Gastgarten, der durch die Brüderkirche und drei Flügel des Renthofs begrenzt wird.

Im Vergleich zur ursprünglichen Planung verschiebt sich der Eröffnungstermin um einige Monate. „Das nehmen wir gern in Kauf, denn Überraschungen wie der Torbogen sorgen ja am Ende für mehr Qualität“, sagt Rainer Holzhauer. Durch die Gastronomie im Renthof bieten sich auch für die benachbarte Brüderkirche neue Möglichkeiten. Als Gotteshaus wird die Kirche schon länger nicht mehr genutzt. Schon jetzt beliefert das Grischäfer-Team Fest- und Firmenveranstaltungen in dem historischen Gemäuer. Ab dem kommenden Jahr sollen die Wege durch die neue Küche im Renthof deutlich kürzer werden.

Genaue Angaben zur Investitionssumme wollen die Bauherren nicht machen. Allein den Sanierungsbedarf ohne Ausbau hatte die städtische Denkmalbehörde vor dem Verkauf mit drei Millionen Euro angesetzt. „Billiger ist es bestimmt nicht geworden“, sagt Holzhauer.

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