Stern: Türkische Geschäftsleute wollen mehr Licht und Polizei und weniger Autos

Autoverkehr dominiert: Die türkischen Inhaber der Geschäfte unterhalb des Sterns wünschen sich mehr Platz vor ihren Läden (rechts). Die Tramgleise (ganz links) sollten dafür vom Autoverkehr mitgenutzt werden. Foto: Dilling

Kassel. Zum Ende des Fastenmonats Ramadan lädt der Verein türkischer Unternehmer (TÜK) traditionell Prominenz aus dem Rathaus und der Wirtschaft zum Fastenbrechen ein. Doch diesmal wurden im Restaurant Ocakbasi an der Mauerstraße beim Warten auf das Essen nicht nur Freundlichkeiten ausgetauscht:

Im Auftrag der türkischen Geschäftsleute hatte Oktay Belen, Geschäftsführer des TÜK, Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) einen langen Wunschzettel mitgebracht.

Die Forderung: Das Quartier zwischen Stern und Holländischem Platz soll aufgewertet werden, am liebsten nach dem Vorbild der Friedrich-Ebert-Straße. Belen gab außerdem den Startschuss für eine Kommission, die ein Konzept zur Umgestaltung der Unteren Königsstraße erarbeiten soll. Dazu will er auch die City-Kaufleute Kassel ins Boot holen.

Die türkischen Geschäftsleute drückt ein Bündel von Problemen. „Die Unternehmer am Stern haben sehr viele Wünsche. Sie fühlen sich manchmal verlassen“, sagte Belen. Im Quartier gebe es Probleme mit Alkoholkonsum, Drogenkonsum und Drogenhandel. „Wir wünschen uns mehr Polizeipräsenz“, erklärte der Geschäftsführer.

Außerdem sei es abends so dunkel, dass sich Frauen kaum noch trauen würden, dort entlang zu gehen. Man wünsche sich ein ähnliches Beleuchtungskonzept, wie es gerade für den oberen Teil der Königsstraße erarbeitet werde. Belen beklagte weiter, dass auf der Jägerstraße die Fahrbahnränder meistens zugeparkt seien, zwei Autos kämen kaum noch aneinander vorbei.

Schließlich würden die Gehsteige unterhalb des Sterns wenig zum Flanieren einladen. Die Straße sei dort ganz vom Autoverkehr beherrscht, sie lade wenig zum Verweilen und Flanieren ein. Vorschlag der türkischen Geschäftsleute: Die Bürgersteige sollten verbreitert und die Fahrbahnen auf die Straßenbahnschienen verlagert werden, um den nötigen Platz zu schaffen.

Für die wichtigsten Punkte ihres Wunschzettels werden die Geschäftsleute einen langen Atem brauchen, machten Nolda wie auch Hilgen deutlich. Für den Drogenhandel sei die Polizei zuständig. Die zwölf Ordnungspolizisten der Stadt müssten sich auch noch um andere Problemzonen kümmern. Mit Sozialarbeit und Kontrollen tue die Stadt ihr Bestes, sagte Hilgen.

Der Umbau des Abschnitts unterhalb des Sterns werde Zeit brauchen, bei der Friedrich-Ebert-Straße habe man sieben Jahre geplant und gegen Widerstände gekämpft, erklärte Nolda. Er will aber prüfen, ob die Beleuchtung verbessert werden kann und an der Mauerstraße – wie von den Geschäftsleuten gewünscht – ein Spielplatz angelegt werden kann. Im übrigen könne auch durch den Verzicht auf einige Parkplätze die Lebensqualität im Quartier verbessert werden.

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