Bauwerk am Steinweg aus dem 14. Jahrhundert

Stütze für Zwehrenturm - Ehemaliges Stadttor in Kassel hatte Risse

Ungewohnter Anblick: Vor dem Zwehrenturm stehen Bauzäune und ein Zementsilo. Bis August soll das historische Gebäude am Steinweg stabilisiert werden. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Rund um den Zwehrenturm stehen Absperrungen, am Straßenrand haben Baufirmen einen gelben Zementsilo aufgebaut. Deshalb ist eine Spur des Steinwegs in Richtung Friedrichsplatz gesperrt.

„Der Turm muss stabilisiert werden“, sagt Norbert Arnold von der Bauabteilung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). An der Fassade des Turms und insbesondere im Übergang zum Fridericianum sind Risse aufgetreten. Das ist ein Indiz dafür, dass sich das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert mal wieder um einige Millimeter bewegt hat.

Diese Entwicklung beobachten die Fachleute bereits seit den 1980er-Jahren. Ursachen dafür können der zunehmende Schwerverkehr und auch das Grundwasser im Umfeld des Gebäudes sein. Fest steht jedenfalls, dass nach längerer Beobachtung jetzt etwas geschehen musste.

„Wir bauen ein neues Fundament unter dem alten Fundament“, sagt Arnold. Dafür muss man bis zu sieben Meter unter die Erde und dort reichlich Beton einbringen. Die Kosten sind mit einer Million Euro veranschlagt.

Der Zwehrenturm ist eines der wenigen historischen Gebäude in der Kasseler Innenstadt, das die Bomben des Zweiten Weltkriegs trotz einiger Schäden überstanden hat. Gebaut wurde er bereits 1330 und diente als Stadttor Richtung Frankfurt. Ähnlich wie der Druselturm wurde auch der Zwehrenturm als Gefängnis genutzt. Landgraf Karl ließ den Turm Anfang des 18. Jahrhunderts zu einer Sternwarte umbauen. Seit der documenta 6 im Jahr 1977 steht der Laser des Künstlers Horst H. Baumann auf dem Turm.

Der ist schon mehrfach für Ausstellungen des Fridericianums und der documenta genutzt worden. Ob das auch im kommenden Jahr zur documenta 14 der Fall sein wird, ist noch nicht bekannt. Der Zwehrenturm wird aber bald wieder so standfest sein wie eh und je. Im August sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

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