Posieren und Fotografieren

Tuchfühlung mit Dinos: Sonderschau im Naturkundemuseum

Mutig: Celina (6) und Philipp (4) aus Kassel haben keine Angst vor großen Tieren mit scharfen Zähnen – vor allem, wenn sie nur gemalt sind. Mit ihrem Vater Marc Stahlmann besuchten sie gestern die Sonderschau im Ottoneum. Fotos: Koch

Kassel. Die 12-jährige Hannah und ihr achtjähriger Bruder Jonas laufen mit glänzenden Augen durch die neue Sonderausstellung im Naturkundemuseum „Kassels Naturgeschichte 3D – und Sie sind mittendrin“.

Beide kichern, sind aufgeregt und ein wenig atemlos, denn an jeder der 18 Stationen kann man sich körperlich einbringen und selbst zum Teil des Schaubilds werden – was die Geschwister aus Guxhagen ausgiebig und mit großem mimischen Talent umsetzen. Anschließend gibt es am Dinosaurier-Modell ein wenig Didaktik: Was kann man anhand der Zähne erkennen? „Dass es sich um einen Pflanzenfresser handelt“, erkennt Hannah auf den ersten Blick.

Schuhe ausziehen

Mehr Spaß macht aber das Schauspielern. Auf einem Baumstamm durchs Urmeer schwimmen, vorbei an vorsintflutlichen Meeresungeheuern oder an der Falkenwand klettern und sich die nordhessische Landschaft von oben anschauen – so ist der Museumsbesuch ein Abenteuer-Trip. Alles darf angefasst und – nachdem vorher die Schuhe ausgezogen wurden – auch betreten werden. Und gefährlich ist die Reise durch die Geschichte der Heimatregion nicht, denn es handelt sich lediglich um verblüffend dreidimensionale Ölgemälde. Sie sollen die Besucher zum Posieren und Sich-einbringen animieren.

Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel stehen knipsend vor den Schaubildern. Sie fotografieren ihre Sprösslinge und haben selber den größten Spaß dabei, was am Gelächter, das durch die Schau zieht, zu hören ist. Auch Renate Flohr aus Baunatal hat an diesem Vormittag nur Augen für ihr Fotomodell: ihren Neffen Tim Brede (9), den sie in der letzten Ferienwoche zum Museumsausflug nach Kassel eingeladen hat. Für Tim ist der Besuch im Ottoneum eine Premiere. Dass Museen so lustig sein können, habe er nicht gedacht, sagt er und krault den imaginären Waschbären auf dem Gemälde. Nebenbei können sich er und seine Tante auf einer Tafel darüber informieren „“Wie der Waschbär nach Kassel kam“.

Tuchfühlung mit Dinos: Sonderschau im Naturkundemuseum

Riesenspaß hat auch der fünfjährige Donovan, der nach dem Rundgang noch immer nicht genug von seinem Lieblingsmuseum hat. Jetzt geht es mit Papa Christian Elser in die Dauerausstellung, wo Donovan unbedingt noch Eiszeitbären sehen will.

„Im Vordergrund steht der Spaß“, sagt Museumsleiter Dr. Kai Füldner. Mit der neuen Ausstellung soll auch ein Publikum erreicht werden, das sonst eher nicht in Museen zu finden ist. Die Idee für die Schau habe eine Frankfurter Agentur mit Kontakt nach China gehabt, wo die 3 D-Bilder nach Kasseler Vorlage gemalt worden sind. Die Kosten für die Bilder hat die Agentur übernommen. Die Einnahmen der Ausstellung teilten sich Museum und Agentur.

Von Christina Hein

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