Blitzeinschlag an der Holländischen Straße

Unwetter beschädigte Oberleitung: Regiotrams fahren am Kulturbahnhof

Kassel. Ein Unwetter über Kassel hat am Freitag für massive Behinderungen im Regionalverkehr der Bahn und des NVV gesorgt. Der Kulturbahnhof wird seit Freitagabend wieder von Regiotrams befahren. Der Zugverkehr steht aber noch.

Der Kasseler Hauptbahnhof musste ab 16.45 Uhr wegen Schäden an der Oberleitung komplett gesperrt werden. Er konnte von Regiotrams und Regionalzügen nicht angefahren werden.

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Am späten Freitagabend lief der Verkehr zumindest für die Regiotrams aber wieder. Heidi Hamdad, Sprecherin der KVG schrieb in einer Pressemitteilung: "Die Gleise im Hauptbahnhof Kassel sind für die Regiotrams wieder frei. Somit kann die RTG den regulären Betrieb auf den drei nordhessischen Linien bis Wolfhagen (Linie RT4), Melsungen (RT5) und Hofgeismar-Hümme (RT1) wieder aufnehmen. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird eingestellt."

Entgegen der Einschätzungen von Samstagmorgen bleibt der Zugverkehr im Hauptbahnhof nach dem Unwetter am Freitagabend weiter eingestellt. "Wir gehen davon aus, dass es mindestens noch den ganzen Tag dauern wird", sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage über die Aufräum- und Reparaturarbeiten. Eine Prognose, ab wann die Züge wieder fahren, sei schwierig.

Aufräum- und Reparaturarbeiten liefen laut Polizei in der Nacht zu Samstag auf Hochtouren.

Tausende Reisende waren am Freitag betroffen. Vermutlich wird auch am Samstagvormittag kein regulärer Zugverkehr möglich sein. Der Fernverkehr ist nicht betroffen. Auch am Samstag müssen Reisende wohl mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen.

Aktualisiert um 13.25 Uhr

Durch den Sturm waren Teile des Dachs von einem Nebengebäude im Nordflügel des Bahnhofs auf mehrere Gleise und die darüber verlaufende Oberleitung gestürzt. Die Bundespolizei ließ daraufhin den kompletten Bahnhof räumen. Weil zunächst noch Strom (15.000 Volt) auf den Leitung war, bestand Lebensgefahr. Der Zugverkehr vom und zum Bahnhof kam zum Erliegen. Die Bundespolizei setzte einen Hubschrauber ein, um aus der Luft das Ausmaß des Schadens abzuklären und auszuschließen, dass sich Verletzte im Bereich von Gleisen und Bahnsteigen befanden.

Die Gebäudeteile, die sich durch den Sturm gelöst hatten, waren nach Angaben der Bundespolizei bis zu 80 Meter weit geflogen. Verletzt wurde aber niemand. Trotzdem durchsuchte eine Hundestaffel aus Marburg das einsturzgefährdete Gebäude. Gesucht wurde nach eventuell verschütteten Personen.

Die Oberleitung wurde auf einer Länge von 600 Metern beschädigt und teilweise heruntergerissen. „Der Schaden ist immens“, sagte ein Bundespolizeisprecher.

Unwetter legte Kasseler Hauptbahnhof lahm

Gegen 18.30 Uhr richtete die Regiotram-Gesellschaft (RTG) einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Regionalzüge der Deutschen Bahn konnten nur bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe fahren. Reisende mussten vom Hauptbahnhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fahren.

Rubriklistenbild: © L. Koch

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