Lichtkunstausstellung zum zehnten Mal in Kassel

„Licht(e) Wege“: Eröffnung der Kunstausstellung auf dem Weinberg

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Hingucker auf dem Weinberg: Der Schriftzug „die Nacht zu etwas Hellem nutzen“ gehört zu der Arbeit „Transformator II“ des Künstlerduos Lindner / Steinbrenner.

Kassel. Zum zehnten Mal wurde am Samstag in Kassel die Lichtkunstschau Licht(e) Wege eröffnet.

Von Anfang an hat sich die glanzvolle Ausstellung mit Überraschungsgarantie einen festen Platz in den Herzen der Besucher erobert.

Nach den Ausstellungsorten Park Wilhelmshöhe, Gewächshaus, Insel Siebenbergen und jetzt - wie bereits im vergangenen Jahr - die Weinbergterrassen, leuchten die Lichten Wege nicht nur als Kunstschau, sondern die Schau lenkt zudem den Blick auf Kassels „Perlen" an örtlichen Gegebenheiten.

Als Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier mit diesen begeisterten Worten die Open-Air-Ausstellung auf den Weinbergterrassen eröffnete, gab es zustimendes Nicken unter den Gästen. Einige hundert waren zur traumhaft lauen Sommernacht - in der später noch ein malerischer Sichelmond am Sternenhimmel aufzog - auf den Weinberg gepilgert. Die meisten brachten schon gute Laune mit wie Dina Kumpf und Denis Schäfer aus Kassel, die ihren Besuch aus Hannover, Lisa Dietze, zu den Lichten Wegen eingeladen hatten. Sie zoigen viele Blicke auf sich, weil sie mit leuchtend bunten Luftballons durch die Ausstellung zogen. „Die lassen wir nachher steigen“, sagte Dina. Gibt’s was zu feiern? „Ja, das Leben“, lautete die Antwort.

Das ganze Spektrum, was Leben so im Angebot hat, bilden auch die Arbeiten ab, die die Ausstellungsmacher Herwig Thol und Markus Hutter und die 15 von ihnen eingeladenen Künstler zeigen.

Da gibt es auf den Weinbergterrassen zuerst einmal die Arbeiten, die in ihrer ästhetischen Schönheit und Originalität das Publikum spontan bezaubern. Allen voran Ignazio Tolas „Licht-Picknick“. Der italienische Künstler hat knallbunte Plastikgegenstände wie Teller und Schüsseln zu überraschenden Skulpturen zusammengesetzt. „Das ist für uns das Highlight“, sind sich Helga und Erich Gutsche aus Fuldabrück einig und können sich gar nicht loseisen vom romantischen Ort im äußersten Winkel des Weinbergs. Es sei das erste Mal, dass sie den Garten unterhalb der Grimmwelt besuchen, sagen sie.

Überhaupt steht das Abenteuer, im Dunkeln das ab und an geheimnisvoll beleuchtete Terrain zu erforschen und Kunst zu entdecken, fast an erster Stelle des Vergnügens. In jedem Winkel gibt es nicht nur eine schöne Gartengestaltung mit Steintreppen und rankenden Weinreben zu bewundern, sondern finden sich am Wegesrand viele rätselhafte Zeichen und Geräusche. Ein echte Zauberwald tut sich auf, der den Besucher mitunter in Gefühlsbäder taucht: vom Lachen und Amüsieren etwa bei der großen Lupe von Winter/Hörbelt (Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt) bis hin zum Nachdenken bei Ugo Dossis Videoprojektion „Danse macabre“.

„Licht(e) Wege“: Eröffnung der Kunstausstellung auf dem Weinberg

Im äußersten Winkel unter den Pfeilern der Straße am Sepulkralmuseum hat Eberhard Weyel mit seiner Arbeit „Ach Europa ...“, vier beleuchteten Zelten, das Thema Flüchtlinge in das Zentrum seiner Betrachtung gestellt.

Und über allem ragt weithin sichtbar an der großen Stützmauer des Weinbergs die Arbeit des Künstlerduos Lotte Lindner und Till Steinbrenner quasi wie das poetische Motto der Schau: der erleuchtete Schriftzug „die Nacht zu etwas Hellem nutzen“.

Das Ausstellungsgelände mit Info-Getränkebar ist bis 21. August täglich von 20 bis 0.30 Uhr geöffnet. Eintritt 8 / ermäßigt 6 Euro, Kinder bis zwölf Jahre frei.

www.lichtewege.de

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