Gebäude seit bald zehn Jahren durch Gerüste verschandelt

Wieder ein Zaun: Die Fassade des Kulturbahnhofs ist eine Dauerbaustelle

Chaos hinterm Bauzaun: Zwischen den Säulen (rechts) soll ein Handlauf angebracht werden.

Kassel. Und ewig grüßt das Murmeltier: Vor einem halben Jahr hatte die HNA noch getitelt „Markantes Gerüst ist Geschichte" Wir berichteten, dass nach neun Jahren Bauzeit endlich die Sanierung des Nordflügels des Kulturbahnhofs abgeschlossen sei.

Wir brachten die Erleichterung der Kuba-Mieter zum Ausdruck, die fast ein Jahrzehnt lang das Baugerüst ertragen mussten.

Wer nun glaubt, inzwischen einen freien Blick auf den in den 1950er-Jahren wieder aufgebauten Bahnhof zu haben, der traut seinen Augen nicht: Erneut ist die Caricatura, Galerie für komische Kunst im Erdgeschoss des Kuba, mit einem hohen Bauzaun verbarrikadiert.

„Die Sanierungsarbeiten dauern an“, sagte dazu ein Sprecher der Bahn. Es müssten Fliesen an der Fassade angebracht werden. Außerdem soll unter dem leicht erhöhten Säulengang vor der Caricatura ein denkmalgerechter metallener Handlauf angebracht werden. Die Innensanierung sei abgeschlossen, so der Bahn-Sprecher. Zum Osterfest Ende März seien auch die Außenarbeiten beendet, versprach er. Insgesamt habe die Bahn in die Arbeiten 2,5 Millionen Euro investiert.

„Wir wären sehr glücklich, wenn der Bauzaun tatsächlich bald wegkäme“, sagt Inka Bachmann von der Caricatura. „Das ganze ist für uns ein unsäglicher Zustand.“ Während Bachmann spricht, ist im Hintergrund ein lautes Dauerbrummen zu hören. „Das kommt von der Heizung aus den sanierten Räumen über uns“, erklärt sie. „Das Geräusch ist so laut, dass wir zeitweise nicht arbeiten können.“ Aber niemand fühle sich für die Geräuschbelästigung verantwortlich. Bei der Bahn wechselten ständig die Verantwortlichkeiten, so dass es keinen festen Ansprechpartner gebe. „Wir haben das Gefühl, mit dieser Baustelle von der Bahn allein gelassen zu sein.“

Auch auf der Baustelle hinterm Bauzaun tue sich nichts. Dort sei inzwischen Sperrmüll und anderer Unrat abgeladen worden. Manchmal schliefen Obdachlose hinter dem Schutz der Plane. „Wir versuchen das ganze mit Humor zu nehmen, aber so richtig lachen kann man darüber nicht mehr“, sagt Inka Bachmann.

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