Lagergebäude im Nordflügel einsturzgefährdet

Zugverkehr im Hauptbahnhof weiter eingestellt

Aufräumarbeiten: Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) und andere Helfer räumten am Wochenende die Gleise frei. Fotos: Koch

Kassel. Aufräumen nach dem Sturm: Die Schäden, die das Unwetter am Freitagabend im Kasseler Hauptbahnhof angerichtet hat, sind groß. DerZugverkehr bleibt weiter eingestellt. Wann die Regionalzüge wieder zum und vom Hauptbahnhof fahren, ist offen.

„Es kann noch einige Tage dauern", sagte ein Bahnsprecher am Sonntag auf Anfrage. „Es wird noch repariert."

Die Regiotrams sind dagegen seit dem späten Freitagabend wieder in Betrieb. Sie mussten nur für ein paar Stunden aussetzen. Gegen 22.30 Uhr konnte die Regiotramgesellschaft (RTG) den regulären Betrieb auf den drei nordhessischen Linien bis Wolfhagen (Linie RT4), Melsungen (RT5) und Hofgeismar-Hümme (RT1) wieder aufnehmen.

Konkrete Angaben über die Schadenshöhe gibt es noch nicht. Am Wochenende standen Aufräum- und Reparaturarbeiten im Vordergrund. Das Lagergebäude im Nordflügel des Hauptbahnhofs, von dem das Dach und Mauerteile auf die Gleise 11, 12 und 13 gefallen waren, ist wohl nicht mehr zu retten. „Es ist einsturzgefährdet“, sagte Rudolf Höser, Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz auf Anfrage. „Die Oberleitungsschäden sind sicher auch immens.“

Die 15.000 Volt starke Oberleitung war durch die herabstürzenden Teile abgerissen worden und auf die Gleise gefallen. Der Bahn- und Regiotramverkehr wurde nach dem Unglück gegen 17 Uhr komplett eingestellt, Züge und Bahnsteige wurden geräumt, der Zugang von der Querhalle zu den Gleisen abgeriegelt. Die Fahrgäste wurden auf den Bahnhof Wilhelmshöhe verwiesen.

„Es war höhere Gewalt“, sagte Klaus Arend von der Bundespolizeiinspektion Kassel am Tag danach. „Es muss eine riesige Sturmböe gekommen sein.“ Sie habe das Dach von der Seite her abgerollt und 80 Meter weit durch die Luft geschleudert. Das Gebäude, von dem sich Mauerteile lösten, sei zudem schon sehr alt. „Wichtig ist, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“ Während der Abend- und Nachtstunden von Freitag auf Samstag durchsuchte eine Hundestaffel aus Marburg das einsturzgefährdete Gebäude. Gesucht wurde nach möglicherweise verschütteten Personen. Vermisst wurde laut Bundespolizei zu diesem Zeitpunkt niemand, man habe aber auch nicht ausschließen können, dass sich während des Unglücks jemand in diesem Bereich aufgehalten hat. Deshalb wurde vorsichtshalber die Hundestaffel eingesetzt. Die Suche blieb ergebnislos. Die Bundespolizei geht deshalb davon aus, dass bei dem Unglück niemand verletzt wurde.

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