Murat Cakir (Linke): OB-Kandidatur als Kampfansage

Kämpferisch: Murat Cakir, der Kandidat der Linken zur Oberbürgermeisterwahl. Foto: Koch

Kassel. Der 56-jährige Murat Cakir will neuer Oberbürgermeister von Kassel werden. Der Kandidat der Linken stellt sein Wahlkampfprogramm unter das Motto "Die Stadt ist kein Konzern".

Wenn er Oberbürgermeister von Kassel wird, will er den Teil seines Gehalts, der seinen heutigen Verdienst als Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung übersteigt, für Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit spenden: Das hat Murat Cakir bei seiner Vorstellung als OB-Kandidat der Linken versprochen. „Kassel für alle - weil die Stadt kein Konzern ist“ heißt das Motto seiner Kampagne, die er als ehemaliger Gründungsvorsitzender bewusst im Vereinsheim des FC Bosporus präsentierte.

Es sei nicht hinnehmbar, dass Stadtteile wie die Nordstadt abgehängt und ein großer Teil der Bewohner dieser Stadt an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden, meint Cakir. Er rücke Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden in den Mittelpunkt. Der FC Bosporus stelle in Sachen Integration eine Erfolgsgeschichte dar. Und an diese wolle er anknüpfen - gegen den Stumpfsinn des Sparens, Privatisierungen und den Ausverkauf der Stadt.

Murat Cakir ist nach eigenen Angaben der erste OB-Kandidat der Linken mit Migrationshintergrund in einer hessischen Großstadt. Seine Kandidatur will er als „Kampfansage an die neoliberale Denkweise in der Kommunalpolitik“ verstanden wissen.

Geboren in Istanbul, lebt er seit inzwischen mehr als vier Jahrzehnten in Kassel. Er wolle die Menschen dazu motivieren, (wieder) zur Wahl zu gehen und sich einzumischen.

Murat Cakir gibt sich kämpferisch und selbstbewusst. Für das Oberbürgermeisteramt in Kassel stünden eigentlich nur zwei aussichtsreiche Kandidaten zur Wahl: Mit Christian Geselle einer, der sich Sozialdemokrat nenne, aber nichts damit zu tun habe. Und ein Kandidat, der „in der Tradition eines Philipp Scheidemanns die echte soziale und demokratische Alternative darstelle“, sagt Murat Cakir - und meint Murat Cakir.

Zur Person: Murat Cakir (56) wurde am 21. Juni 1960 in Istanbul geboren und kam 1970 nach Deutschland. Der Dolmetscher und Übersetzer ist Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Frankfurt). Er war zwölf Jahre im Kasseler Ausländerbeirat, zudem Vorsitzender der Ausländerbeiräte Hessen, Bundesvorsitzender der Föderation der Immigrantenvereine GDF und in der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR). Der 56-Jährige ist mit Friseurmeisterin Nesrin Cakir verheiratet und lebt seit 46 Jahren in Kassel. Sein Herz schlägt für Fußball-Verbandsligist FC Bosporus Kassel.

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