Aktion „Stunde der Wintervögel“

Nabu ruft zum Meisen-, Finken-, Spatzenzählen auf

Kassel. Meisen, Finken, Spatzen zählen: Von Freitag, 8. Januar, bis Sonntag, 10. Januar, ruft der Naturschutzbund (Nabu) zur Aktion „Stunde der Wintervögel“ auf.

Auch in Stadt und Kreis Kassel sind Naturfreunde gefragt, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

ZIEL DER AKTION

Stunde der Wintervögel: Die Blaumeise ...

Im Vorjahr beteiligten sich nach Angaben des Nabu bundesweit mehr als 77 000 Naturfreunde an der „Stunde der Wintervögel“ und zählten über zwei Millionen Vögel. Das wichtigste Ziel sei die Erfassung der Bestandsentwicklung von Vögeln im Siedlungsbereich, erläutert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Nabu Hessen. Langfristig ließen sich auch Änderungen des Zugverhaltens von Vögeln feststellen: „So wurden in den vergangenen Jahren verstärkt Zugvögel gezählt, die unsere Breiten normalerweise im Winter verlassen, wie Mönchsgrasmücken, Hausrotschwänze oder Stare“, sagt Eppler. Diese Vögel ersparten sich offenbar zunehmend den Zug in den Süden.

UM DIESE VÖGEL GEHT ES

... der Haussperling ...

Im Mittelpunkt der Aktion „Stunde der Wintervögel“ stehen laut Nabu vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten, die den Winter hier verbringen wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Neben diesen „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bleiben, seien aber auch zusätzliche Wintergäste wie Rotdrossel und Seidenschwanz zu beobachten, die aus dem kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. 2015 wurde der Haussperling am häufigsten gezählt. Es folgten Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise, Amsel, Grünfink und Buchfink, Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen.

SO MACHT MAN MIT 

... und die Amsel zählten zuletzt zu den Spitzenreitern der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel.

Zur Teilnahme reichen das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt aus, sagt der Nabu. Eine besondere Qualifikation sei nicht nötig. Von einem ruhigen Plätzchen aus sollen Teilnehmer von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu entdecken ist, notieren. Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten mit einbezogen werden. „Rückgänge von Arten können wir nur mitbekommen, wenn wir auch die kleinen Zahlen erhalten“, sagt Eppler. Der Nabu vergleiche zudem Vogelbeobachtungen zwischen Gärten mit und ohne Winterfütterung. Wichtig sei daher, auch dort zu zählen, wo kein Futterhäuschen in Sichtweite ist.

ZÄHLUNGEN MELDEN

Auch Buntspechte lassen sich im Winter beobachten.

Die Beobachtungen können dann bis zum 18. Januar an den Nabu gemeldet werden: Unter www.stundederwintervoegel.de gibt es das entsprechende Formular. Am 9. und 10. Januar ist von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 für Vogelmeldungen freigeschaltet. Unter allen Einsendungen werden Preise verlost.

TIPPS ZUR BESTIMMUNG

Wenn man sich bei der Vogelbestimmung nicht ganz sicher ist, kann man auf der Aktions-Webseite des Nabu, www.stundederwintervoegel.de, Portraits der 35 wichtigsten Wintervögel zu Rate ziehen.

Das sagt der Experte

Unter Vogelfreunden wird das Thema kontrovers diskutiert: Sollen Wildvögel im Winter gefüttert werden? Die einen lehnen dies generell ab, die anderen plädieren fürs Füttern, wenn Schnee und Eis die Nahrungsaufnahme erschweren. Laut Nabu kommt die Vogelfütterung etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln, die nicht in ihrem Bestand gefährdet sind. „Ich sehe das Füttern vor allem unter dem umweltpädagogischen Aspekt“, sagt der Vorsitzende der Nabu-Gruppe Kassel, Peter Lorenz. Es böte die Möglichkeit, Vögel aus nächster Nähe zu beobachten und das Interesse für sie und ihren Schutz zu wecken. „Das Füttern schadet nicht, allerdings gibt es einiges zu beachten“, sagt Lorenz. Er rät:

• Die Futterstelle sollte sauber bleiben, damit keine Krankheiten übertragen werden - mit heißem Wasser säubern.

• Katzen sollten Futterstellen nicht erreichen können.

• Vögel sollten Rückzugsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe etwa durch Hecken finden, damit sie sich beim Verzehr vor größeren Tieren schützen können.

• Futterstellen sollten nicht zu nah an Fensterscheiben angebracht werden.

• Finken und Rotkehlchen picken Futter bevorzugt von der Erde; sie mögen auch Haferflocken und Rosinen – kein Brot füttern, das quillt auf.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.