Polizei kritisiert Facebook-Gruppe „Kassel passt auf“

Nach Übergriffen auf Frauen: Bürgerwehr formiert sich im Netz

Kassel. Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln haben sich in verschiedenen deutschen Städten Gruppen bei Facebook formiert, die Frauen schützen wollen.

Die erste Facebook-Bürgerwehr wurde in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt unter dem Titel „Düsseldorf passt auf“ gegründet. Seit Samstag gibt es solch einen Bürgerwehr-Ableger auch für Kassel.

Die Facebook-Seite „Kassel passt auf“ wurde bis Dienstagabend von über 1550 Internet-Nutzern mit „Gefällt mir“ markiert. Aber welche Personen stehen für diese „Interessengemeinschaft“, die sich plötzlich für Frauen engagieren möchte? „Wir wollen in Kassel ein wenig aufpassen in Form von gemeinsamen Abendspaziergängen“, heißt es auf der Seite. Die HNA hat bereits am Montag bei „Kassel passt auf“ schriftlich angefragt, wer hinter der Gruppe steckt und welche Ziele sie verfolgt. Bis Dienstagabend gab es darauf keine Antworten. Fest steht nur, dass die islamfeindliche Organisation Pegida Kassel auf ihrer Facebook-Seite für die Bürgerwehr „Kassel passt auf“ wirbt.

Die Polizei steht der Initiative „Kassel passt auf“ hingegen kritisch gegenüber. „Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist eine Kernkompetenz der Polizei und nicht der Bürger“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. Hinweise auf ähnlich gelagerte Straftaten wie in Köln oder anderen Großstädten lägen für Kassel bislang nicht vor, so Werner. Nach einer ersten Sichtung der Internet-Seite „Kassel passt auf“ habe man strafrechtlich relevante Inhalte nicht festgestellt.

Ereignisse, wie in der Silvesternacht in Köln geschehen, seien nicht hinnehmbar, so Ingo Happel-Emrich. „Wir brauchen in Kassel aber keine Bürgerwehr. Für die Sicherheit in der Stadt ist und bleibt die Landespolizei zuständig.“

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