Kassel ist erstmals dabei

Fürs Klima strampeln: Nachtradler warben für dreiwöchige Aktion „Stadtradeln“

Korso durch die Stadt: Mehr als 500 Radler fuhren beim Kasseler Nachtradeln vom Kulturbahnhof zunächst nach Bad Wilhelmshöhe. An der neuen Dirt-Bike-Strecke wurde Rast gemacht. Foto: Dilling

Kassel. „Fahrradfahrer machen die Staus kürzer, die Parkplätze leerer und die Stadt lebenswerter.“ Mit diesen Worten warb Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) beim Startschuss zum Nachtradeln vor dem Kulturbahnhof für die Initiative „Stadtradeln“, an der sich Kassel erstmals beteiligt.

Drei Wochen sollen die Teilnehmer möglichst aufs Auto verzichten und im Interesse der Umwelt möglichst viele Kilometer mit dem Rad strampeln.

293 Mitstreiter in 50 Teams hätten sich schon angemeldet, 735 Kilometer hätten sie schon auf ihren Drahteseln zurückgelegt, rief Nolda in die Menge der mehr als 500 Nachtradler, die später in einem von Polizeifahrzeugen abgesicherten Korso 20 Kilometer durch die Stadt fuhren. Radfahrer seien im Straßenbild immer häufiger anzutreffen, sagte Stefan Janke, Landesvorsitzender des Fahrradclubs ADFC. Nun gelte es, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Radler ein besseres Klima in den Städten schaffen: Radler brauchten keine zugeparkten Fahrspuren, sondern zwei Meter breite Wege. Er warb für eine Umfrage, die sein Verband im Internet veranstaltet.

Thomas Platner und seine Frau Regine quittierten das Werben für die dreiwöchige Stadtradelaktion mit einem milden Lächeln. „Für uns ist Fahrradfahren der Alltag. Jeder von uns fährt 3000 Kilometer pro Jahr mit dem Rad. Im Winter fahren wir mit Spikes“, sagt Thomas Platner. Auch im Urlaub gehörten die Räder wie selbstverständlich zum Gepäck.

Doch längst nicht alle sind solche Radenthusiasten, die fast alle Wege per Rad erledigen. Weil es Steigungen, Regen, Schnee und rücksichtslose Autofahrer gibt, wie Teilnehmer des Nachradelns berichten. Zwischen Habichtswald und Kassel gebe es einfach zu viele Anstiege, um täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können, sagt Thomas Vater aus Ehlen. Dennoch steige er gelegentlich gern aufs Rad. Heinrich und Susanne Waid aus Bad Wildungen fahren da schon wesentlich häufiger mit dem Drahtesel. Er fahre mit dem Rad zum Bahnhof, nehme es im Zug mit, und radele dann zu seiner Arbeitsstelle in Kassel, erzählt Heinrich Waid. Viele seiner Kollegen seien auch schon aufs Rad umgestiegen. Die Waids überlegen, irgendwann einmal E-Bikes anzuschaffen. Das sei das beste Gegenmittel im nordhessischen Bergland, sagt Stadtbaurat Christof Nolda.

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