In Kassel nur 87 von möglichen 118 Anwärterstellen besetzt

31 freie Stellen: Nachwuchskräfte für die Polizei fehlen

Kassel. Um auf die angespannte Personalsituation bei der Polizei zu reagieren, sollen in Hessen zusätzliche Stellen geschaffen werden.

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In diesem Jahr sollen nach Angaben von Ministeriumssprecher Marco Krause neben weiteren 100 Beschäftigten bei der Wachpolizei zusätzlich 300 weitere Polizeianwärter eingestellt werden, so dass deren Zahl auf 870 ansteigen soll. Allerdings scheint es nicht genügend geeignete junge Menschen zu geben, die sich in Hessen als Polizeivollzugsbeamte ausbilden lassen wollen. Im Februar sollten am Standort Kassel 118 Polizeianwärter mit ihrer Ausbildung beginnen. Tatsächlich begannen am 22. Februar aber nur 87 Frauen und Männer, also über 25 Prozent weniger, das Studium auf dem Areal der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren. Hessenweit wurden insgesamt 337 Bewerber in den gehobenen Polizeivollzugsdienst eingestellt. Im September sollen weitere Nachwuchskräfte das Studium beginnen.

„Das ist eine Katastrophe. Es gab offenbar nicht ausreichend Bewerber, die den Test bestanden haben“, sagt Stefan Rüppel, Vorsitzender Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordhessen.

Michael Rudolph, Sprecher bei der Polizeiakademie Hessen, formuliert es folgendermaßen: Aufgrund der „Gesamtzahl der geeigneten Bewerber und deren jeweiligen Wünsche bezüglich des Studienortes“ ergab sich für den Standort Kassel eine Zahl von 87. Aber weder in Kassel noch in Hessen liege ein Mangel an Polizeianwärtern vor.

Die GdP sieht das anders: Aufgrund der im Vergleich bundesweit schlechten Besoldung der Polizeibeamten in Hessen, der Nullrunde im öffentlichen Dienst und der Beihilfekürzung seien die „Zukunftsfähigkeit der hessischen Polizei und die innere Sicherheit in Gefahr“, so Rüppel. In Hessen müsse es dringend eine Umkehr der Politik geben, damit die Polizei für junge Menschen wieder attraktiver werde.     

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